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    Serbiens Präsident Tadic: Kosovo-Urteil schwierig für Belgrad

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    Als „schwierig für Serbien“ hat Serbiens Präsident Boris Tadic den Beschluss des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag zur Unabhängigkeitserklärung der Provinz Kosovo bewertet.

    SARAJEWO, 23. Juli (RIA Novosti). Als „schwierig für Serbien“ hat Serbiens Präsident Boris Tadic den Beschluss des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag zur Unabhängigkeitserklärung der Provinz Kosovo bewertet.

    Serbien wird die Unabhängigkeit der Provinz weiterhin nicht anerkennen und den Kampf um ihre territoriale Integrität mit legitimen und friedlichen Mitteln fortsetzen. „Der Schutz der Interessen von Serbien im Kosovo ist ein nationales und staatliches Anliegen für alle Bürger und Staatsinstitutionen sowie für alle politischen Parteien“, sagte Tadic.

    Nach seiner Ansicht hat sich der Gerichtshof nur „über den technischen Inhalt der Unabhängigkeitserklärung geäußert“ und einen Kommentar zum Wesen des Problems der Separatisierung gemieden.

    Geschichte des Kosovo-Konflikts. INFOgraphiken>> 

    „Der Text der Unabhängigkeitserklärung an sich verstößt nicht gegen das Völkerrecht, weil er dieses auch nicht tangiert“, so Tadic. „Das Gericht überließ die politischen Schlussfolgerungen der UNO-Vollversammlung. Damit bietet sich Serbien die Möglichkeit, die Richtigkeit seiner Politik bei der Tagung der UNO-Vollversammlung im Herbst zu verteidigen.“

    Belgrad werde alles nur Mögliche tun, damit die Vollversammlung den serbischen Resolutionsentwurf zum Kosovo-Problem billigt, betonte der Präsident.

    Nach seiner Ansicht wird nun ein massiver Versuch unternommen, viele Länder zu einer Anerkennung der Kosovo-Unabhängigkeit noch vor dem Beginn der Tagung der UNO-Vollversammlung zu bewegen. Serbien werde sich bemühen, die Zahl solcher Anerkennungsakte auf ein Minimum zu reduzieren. Serbien habe einen exakten Plan für diplomatische Schritte auf diesem Gebiet. Am kommenden Wochenende würden serbische Diplomaten mit einer Botschaft des Präsidenten Serbiens an die Spitzenpolitiker von 55 Staaten in diese Länder reisen.

    Tadic rief seine Mitbürger auf, sich nicht provozieren zu lassen. Es sei wichtig, Frieden und Stabilität im Kosovo und Metochien zu wahren.

    Laut dem Gerichtsurteil verstößt die Unabhängigkeitserklärung vom Kosovo nicht gegen das Völkerrecht. Dabei räumte das Gericht ein, es habe die politischen Folgen nicht erwogen.

    Anerkennung des Kosovo: Gegner, Befürworter und Unentschlossene. INFOgraphiken>>

    Die Unabhängigkeit der Provinz Kosovo war am 17. Februar 2008 ausgerufen worden. Nach dem heutigen Stand wurde sie von 69 der 192 UNO-Mitgliedsländer anerkannt.

    Serbien wie auch Russland, China, Indien und einige andere einflussreiche Länder verweigerten die Anerkennung mit der Begründung, die Kosovo-Albaner hatten mit ihrem Beschluss in flagranter Weise gegen das Völkerrecht verstoßen.

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