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    Härtere Regeln: Knigge für russische Beamte – „RBC Daily"

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    Für russische Beamte wird es bald viele neue Verhaltens-, Sprach- und andere Richtlinien geben, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Freitag.

    MOSKAU, 23. Juli (RIA Novosti). Für russische Beamte wird es bald viele neue Verhaltens-, Sprach- und andere Richtlinien geben, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Freitag.

    Die Beamten müssen auf ihr Äußeres achten, sich zurückhaltend und „traditionsbewusst" kleiden und dürfen nicht arrogant bzw. nachlässig im Umgang mit Klienten werden. Außerdem sollen sie im offiziellen Umgang die Erwähnung von ausländischen Währungen vermeiden. Außerdem sollen sie unverzüglich die Staatsanwaltschaft über jegliche Bestechungsversuche verständigen.

    All diese Normen des sozial-ethischen Zusammenwirkens sind in dem vom Ministerium für Gesundheitswesen und Sozialentwicklung konzipierten Gesetzbuch für Ethik und dienstliches Verhalten für russische Beamte enthalten. Das Dokument entspricht den Empfehlungen der Staatengruppe gegen Korruption (Greco) und lässt sich auf der Website des Gesundheitsministeriums finden.

    Die Urheber der Verhaltensnormen wollen, dass jeder potenzielle Mitarbeiter einer Behörde unabhängig von seiner Arbeitsstelle die Normen kennen lernen und sich in seiner Arbeit danach richten soll. Für eine Verletzung der Richtlinien wird ein Beamter „moralische und sonstige gesetzlich vorgesehene Verantwortung tragn".

    Die im „Gesetzbuch" enthaltenen Leitfäden sind zahlreich. Sie regeln das Verhalten der Beamten im Dienst, ihren Umgang mit dienstlichen Informationen, mit Kunden und Kollegen und sogar ihr Aussehen. Sie müssen höflich, aufmerksam und tolerant zu den Kunden sein, jegliche diskriminierende Aussagen in Bezug auf ihr Geschlecht, Alter, Nationalität, Bürgerschaft, sozialen, Vermögens- und Familienstand sowie auf ihre politischen und religiösen Vorzüge vermeiden. Für abwertenden Ton, Grobheit, Arroganz und unkorrekte Aussagen können die Beamten bestraft werden.

    Was das Aussehen der Beamten angeht, so sollen sie sich offiziell, zurückhaltend und akkurat kleiden, damit ihr Äußeres den Menschen „den Respekt vor den staatlichen Machtorganen verschafft." Darüber hinaus werden sich die Mitarbeiter von Behörden mit der Korruptionsbekämpfung befassen müssen, und zwar nicht nur rechtzeitig ihre Einkommenserklärung einreichen, sondern auch ihre Vorgesetzten und die Staatsanwaltschaft über jegliche Bestechungsversuche benachrichtigen. Leider gibt es im Dokument keine Hinweise, ob ein Beamter die Staatsanwaltschaft verständigen soll, wenn er selbst jemanden schmieren will. Aber der Stil des „Gesetzbuchs" deutet an, dass auch das für die Beamten ein Muss ist.