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    Kirgistan bekommt Großteil internationaler Hilfe aus Russland

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    BISCHKEK, 23. Juli (RIA Novosti). Die internationale Hilfe für das von Unruhen im April und im Juni erschütterte Kirgistan strömt unaufhörlich und größtenteils aus Russland.

    „Nach den Ereignissen vom 7. April hatte Russland Kirgistan eine Hilfe im Werte von 20 Millionen US-Dollar erwiesen. Es wurde auch beschlossen, zusätzliche Fördermittel in Höhe von zehn Millionen Dollar zu gewähren. Außerdem werden die Bedingungen abgestimmt, zu denen Kirgistan ein zinsloser Kredit über 30 Millionen Dollar gewährt wird“, erklärte der stellvertretende Außenminister Russlands, Grigori Karassin, am Freitag auf einer Pressekonferenz.

    Kirgistan hat nach seinen Worten zuverlässige Freunde in der Welt, darunter auch in Russland.

    Kirgistan ist eines der ärmsten Länder im postsowjetischen Mittelasien. Der Wirtschaft wurde bei dem Putsch vom 7. April stark in Mitleidenschaft gezogen, als die kirgisische Opposition Präsident Kurmanbek Bakijew gestürzt hatte. Die Oppositionellen lösten das Parlament, die Regierung und das Verfassungsgericht auf und bildeten eine Interimsregierung mit Rosa Otunbajewa an der Spitze.

    Bei dem Putsch waren damals 84 Menschen getötet worden.

    Zwei Monate später, in der Nacht zum 11. Juni, waren im südkirgisischen Osch blutige Zusammenstöße zwischen Kirgisen und Usbeken ausgebrochen, die in den Folgetagen auf das benachbarte Gebiet Dschalal-Abad übergriffen. Die Pogrome, Plünderungen und Brandstiftungen dauerten etwa eine Woche an. Nach inoffiziellen Angaben wurden dabei fast 2000 Menschen getötet.

    Osch, das mit mehr als 200 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Kirgistans ist und als Bakijews Hochburg galt, brannte bei den Unruhen zu 70 Prozent aus.

    Der dadurch verursachte Schaden beträgt nach vorläufigen Angaben des russischen Außenministeriums mindestens 830 Millionen US-Dollar.

    Dem Vizeaußenminister Karassin zufolge ist der allgemeine Zustand der kirgisischen Wirtschaft, insbesondere im sozialen Bereich, deprimierend.

    „Die Haushaltseinnahmen sind um die Hälfte geschrumpft, was die Situation noch mehr belastet. Ohne Unterstützung der Freunde und Verbündeten, zu denen auch Russland gehört, wird Kirgistan kaum auskommen können“, stellte Karassin fest. Russland sei bereit, der mittelasiatischen Republik im wirtschaftlichen und humanitären Bereich sowie bei der Gewährleistung der Sicherheit zu helfen.

    Die politische Situation hat sich hier in der letzten Zeit stabilisiert. Ende Juni wurde in Kirgistan ein Referendum durchgeführt, wonach die neue Verfassung angenommen und Rosa Otunbajewa als Interimspräsidentin legitimiert wurde.

    Im Oktober sollen die Parlamentswahlen stattfinden.