23:47 23 September 2017
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    Castro hofft auf Obamas Vernunft: Verzicht auf Krieg gegen Iran möglich

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    Atomstreit mit Iran (1447)
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    Fidel Castro hat US-Präsident Barack Obama aufgerufen, auf einen Überfall auf den Iran zu verzichten, weil dies zu einem großen Atomwaffenkonflikt führen könnte. In einer auf seine Bitte einberufenen außerordentlichen Tagung des kubanischen Parlaments legte Castro seinen Standpunkt zur Situation um den Iran dar.

    Fidel Castro hat US-Präsident Barack Obama aufgerufen, auf einen Überfall auf den Iran zu verzichten, weil dies zu einem großen Atomwaffenkonflikt führen könnte.
    In einer auf seine Bitte einberufenen außerordentlichen Tagung des kubanischen Parlaments legte Castro am Sonnabend seinen Standpunkt zur Situation um den Iran dar.
    Wie er ausführte, war er noch vor zwei Monaten davon überzeugt, dass der Krieg nicht mehr abwendbar ist. Heute aber „besteht eine sehr starke Hoffnung“ darauf, dass ein Krieg zwischen den USA und dem Iran vermieden werden könnte.
    Der Commandante verwies auf katastrophale Folgen eines solchen bewaffneten Konflikts um den Iran, betonte aber zugleich seine Zuversicht, dass „dies nicht geschehen wird“, weil „jetzt eine solche Situation entsteht, von der man erst vor kurzem nicht einmal träumen konnte“.  
    „Ein einziger Mensch – der Präsident der USA – soll eine eigenmächtige Entscheidung treffen“, so Fidel Castro. Nach seiner Ansicht wird Teheran die Forderungen der USA und Israels verweigern, insofern wird es gerade von Obama abhängen, ob ein Befehl zum Überfall auf den Iran erteilt wird oder nicht. Ein Befehl zum Angriff würde „einem Befehl zum sofortigen Tod“ hunderter von Millionen Menschen, unter anderem auch von Einwohnern seines Landes – Mannschaftsmitgliedern von US-Kriegsschiffen - gleichkommen. 
    Obama, der „dank seinem Schicksal“ gleich die schwarze und die weiße Rasse repräsentiert sowie ein Nachkomme von Moslems und Christen ist, werde diesen Befehl nicht erteilen, „wenn es gelingt, ihn dazu zu bewesen, sich der Unheimlichkeit der Folgen bewusst zu werden“.
    „Die Spitzenvertreter der mächtigsten Länder der Welt – Verbündete wie Gegner, mit Ausnahme Israels – werden ihn aufrufen, das nicht zu tun“, fügte Castro hinzu.
    Außerdem sei Obama – im Unterschied zu Richard Nixon – „kein Zyniker“ und – im Gegensatz zu Ronald Reagan – „kein Ignorant“.
    „Die Welt wird Obama dafür gebührend ehren“, so der Commandante.

    Erstmals seit vier Jahren nahm Fidel Castro am gestrigen Sonnabend an einer außerordentlichen Tagung des kubanischen Parlaments teil, stellt Prensa Latina fest. Die Abgeordneten begrüßten ihn und seinen Bruder, Staatschef Raul Castro, mit stürmischem Beifall.
    Die Fernsehsender Cubavision und Cubavision Internacional sowie die Funksender Radio Habana Cuba und Radio Rebelde sendeten Live-Übertragungen von der Tagung. Bei einem Treffen mit Vertretern der Öffentlichkeit hatte er mitgeteilt, er habe die Einberufung der Tagung beantragt, um die Abgeordneten über seinen Standpunkt zur Situation um Irans Atomprogramm zu informieren.
    Zuvor hatte der 83-jährige Castro mehrmals darauf hingewiesen, dass die Iran-Politik der USA und Israels zu einem Atomwaffenkonflikt führen könnte.

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