00:40 24 Januar 2018
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    Thailand unzufrieden mit US-Vorgehen im Fall Bout

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    Wirbel um mutmaßlichen russischen Waffenhändler Bout (107)
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    Während die Regierung in Bangkok den USA „ungebührliche“ Schritte im Streit um den mutmaßlichen Waffenhändler Viktor Bout vorwirft, versucht Washington, die juristischen Hürden für die Auslieferung des Russen zu überwinden.

    Während die Regierung in Bangkok den USA „ungebührliche“ Schritte im Streit um den mutmaßlichen Waffenhändler Viktor Bout vorwirft, versucht Washington, die juristischen Hürden für die Auslieferung des Russen zu überwinden.

    Die thailändische Zeitung „Daily News“ zitierte am Dienstag Außenminister Kasit Piromya mit den Worten, die Regierung in Bangkok nehme in diesem Streit weder für die USA noch für Russland Partei: „Wir halten nur unsere Rechtsnormen ein. Als demokratische Länder sollten die USA und Russland die thailändische Justiz respektieren“.

    Dass Amerika noch vor dem Abschluss des Auslieferungsverfahrens ein Flugzeug geschickt habe, um Bout abzuholen, sei ein „ungebührlicher Schritt“, so Piromya. Dieses Flugzeug war am 24. August auf dem thailändischen Militärflughafen Don Mueng gelandet. Die thailändische Strafvollzugsbehörde weigerte sich jedoch, den Russen an die USA zu überstellen. Thailands Staatsanwaltschaft bestätigte damals, dass die Auslieferung nicht möglich sei, solange der zweite US-Antrag mit neuen Vorwürfen gegen Bout bearbeitet werde. Diesen zweiten Antrag hatten die USA gestellt, um sich gegen eine Niederlage im ersten Auslieferungsverfahren abzusichern. Das thailändische Berufungsgericht gab jedoch am 20. August dem ersten Antrag überraschend statt.

    Nun versuchen die USA, den zweiten Antrag zurückzurufen. Die entsprechende Bitte ging am Dienstag bei der thailändischen Generalstaatsanwaltschaft ein, wie die „Bangkok Post“ in ihrer Onlineausgabe berichtete. Die Staatsanwaltschaft werde die Bitte begutachten und an den Strafgerichtshof weiterleiten, der dann die endgültige Entscheidung treffe, hieß es. Die USA werfen dem 2008 in Bangkok f3stgenommenen Russen insbesondere geplante Waffendeals mit kolumbianischen FARC-Rebellen vor. Moskau hält diesen Vorwurf für unbegründet und behauptet, Washington setze die Regierung in Bangkok massiv unter Druck.

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