04:41 25 September 2017
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    Abbas weist Belehrungen von Ahmadinedschad zurück

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    Der Chef der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hat die gegen ihn gerichtete scharfe Kritik des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zurückgewiesen und ihm empfohlen, sich lieber mit den Problemen seines eigenen Landes zu befassen.

    Der Chef der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hat die gegen ihn gerichtete scharfe Kritik des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zurückgewiesen und ihm empfohlen, sich lieber mit den Problemen seines eigenen Landes zu befassen.

    Am vergangenen Freitag hatte der iranische Präsident den PNA-Chef einen illegitimen Führer des palästinensischen Volkes genannt, der „die Macht ergriffen hat“, und ihn davor gewarnt, Kompromisse mit den Israelis zur Aufteilung des palästinensischen Territoriums und Jerusalems einzugehen, „da er (Abbas) nicht das Recht hat, im Namen des palästinensischen Volkes zu sprechen“. (Der im Jahr 2005 für vier Jahre gewählte Abbas ist noch immer in seinem Amt.)

    „Es gibt allerlei Bedenken hinsichtlich der Machtausübung Ahmadinedschads und seiner Wahl. Das ist aber eine Angelegenheit des iranischen Volkes. Er (Ahmadinedschad) hat nicht das Recht, sich in die Angelegenheiten der Palästinenser einzumischen“ und sei kein Vormund des palästinensischen Volkes, sagte Abbas am Dienstag in einem Live-Interview für den Fernsehsender Al-Arabiya.

    Die Legitimität der Wahl Ahmadinedschads zum Präsidenten im Jahre 2009 hatten die Anhänger seines wichtigsten Gegenkandidaten und iranischen Oppositionsführers Mirhossein Mousavi in Zweifel gezogen. Die Opposition beschuldigte die Behörden der Wahlfälschung und forderte die Aufhebung der Wahlergebnisse. Infolge dessen brachen in Teheran Massenunruhen aus, bei denen 27 Menschen ums Leben kamen. Rund 4000 wurden festgenommen. Viele von ihnen sitzen noch immer hinter Gittern.

    Die Direktverhandlungen zwischen Abbas und dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu hatten am 2. September in Washington auf Initiative von US-Präsident Barack Obama begonnen. Es wird erwartet, dass die nächste Gesprächsrunde am 14. und 15. September in der ägyptischen Stadt Sharm-el-Sheikh stattfindet. Die Seiten wollen innerhalb eines Jahres eine friedliche Regelung herbeiführen und bei den nächsten Treffen ein Rahmenabkommen schließen.