14:16 24 September 2017
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    Kiew will in einem Monat Vertrag mit Russland über Bau von Kernbrennstofffabrik signieren

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    Ein Vertrag über den Bau einer Kernbrennstofffabrik durch den russischen Konzern TVEL in der Ukraine wird im Laufe eines Monats nach der Bestätigung der Resultate der jüngsten Ausschreibung in Kiew unterzeichnet.

    Ein Vertrag über den Bau einer Kernbrennstofffabrik durch den russischen Konzern TVEL in der Ukraine wird im Laufe eines Monats nach der Bestätigung der Resultate der jüngsten Ausschreibung in Kiew unterzeichnet.

    Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Brief des ukrainischen Energieministers Juri Boiko an die TVEL-Leitung hervor. Am selben Tag teilte der Sprecher des russischen Atomkonzerns Rosatom, Sergej Nowikow, mit, dass sich TVEL bei der von Kiew Mitte Sommer initiierten Ausschreibung zum Bau der Fabrik gegen den japanisch-amerikanischen Konkurrenten Toshiba-Westinghouse durchgesetzt hatte.

    Nach Angaben von Rosatom-Chef Sergej Kirijenko ist der Konzern bereit, eine Produktion von Kernbrennstoff in der Ukraine in Form eines Joint Ventures binnen kurzer Zeit ins Leben zu rufen. Laut Plänen in Kiew soll das Werk 2013 fertiggebaut werden.

    Im Juni hatten Kirijenko und Boiko in Kiew ein Abkommen über die Kooperation beim Bau des dritten und des vierten Reaktors im Atomkraftwerk Chmelnizki unterzeichnet. Nach Schätzung von Rosatom-Experten sind für die Realisierung des Projekts mindestens sechs Milliarden US-Dollar erforderlich.

    Vor kurzem war die Ukraine mit zehn Prozent der Anteile in das internationale Zentrum für Urananreicherung im sibirischen Angarsk eingestiegen. Weitere Aktionäre sind Kasachstan mit zehn Prozent und Russland mit 80 Prozent.

    In der Ukraine sind gegenwärtig vier Atomkraftwerke im Betrieb - Saporoschje, Juschno-Ukrainskaja, Rowno und Chmelnizki - mit einer Gesamtleistung von 13,835 Gigawatt. Das ist mehr als die Hälfte aller Stromkapazitäten der Ex-Sowjetrepublik.

    Der Konzern TVEL, der rund 17 Prozent des globalen Marktes für Kernbrennstoff kontrolliert, gehört zur Atomholding Atomenergoprom. Zum Jahr 2030 will das Unternehmen bereits 30 Prozent des Weltmarktes kontrollieren. Zudem ist geplant, den Anteil von Atombrennstoff für Druckwasserreaktoren des Typs WWER und für Schnelle Brüter zu erhöhen, während der für RBMK-Druckröhrenreaktoren sinken soll. TVEL wird auch weiterhin Brennstoff für Forschungsreaktoren sowie für schwimmende Reaktoren liefern.

    Zum Unternehmen gehören das Maschinenbauwerk Elemasch und das Nowosibirsker Werk für chemische Konzentrate.

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