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    Durchbruch in Arktis: Moskau und Oslo einigen sich über Grenzziehung am Schelf

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    Russlands Präsident Dmitri Medwedew und Norwegens Regierungschef Jens Stoltenberg werden am Mittwoch in Murmansk über die Zusamemnarbeit in der Energiewirtschaft und das Zusammenwirken auf dem Archipel Spitzbergen verhandeln. In ihrer Anwesenheit wird ein Vertrag über die Abgrenzung der Gewässer und über die Zusammenarbeit in der Barentssee und im Nordpolarmeer signiert.

    MOSKAU, 15. September (RIA Novosti). Russlands Präsident Dmitri Medwedew und Norwegens Regierungschef Jens Stoltenberg werden am Mittwoch in Murmansk über die Zusamemnarbeit in der Energiewirtschaft und das Zusammenwirken auf dem Archipel Spitzbergen verhandeln. In ihrer Anwesenheit wird ein Vertrag über die Abgrenzung der Gewässer und über die Zusammenarbeit in der Barentssee und im Nordpolarmeer signiert.

    Die Unterzeichnung des Vertrags stellt einen historischen Durchbruch in den bilateralen Beziehungen dar, weil darüber seit 40 Jahren verhandelt wurde. Darüber hinaus wird dem 30 Jahre langen Moratorium über den Abbau von Öl- und Gaslagerstätte auf dem Arktis-Schelf auf einem Territorium von 175 000 Quadratkilometer ein Ende gesetzt.

    Der Gebietsstreit wurde schrittweise beigelegt. Im April wurde die endgültige Einigung erzielt. Das gesamte umstrittene Gebiet wird in zwei nahezu gleiche Teile aufgeteilt, als Folge entstehen exakte Grenzen der jeweiligen ausschließlichen Wirtschaftszonen auf dem Kontinentalschelf.

    „Die Regelung des langjährigen Streits durch Russland und Norwegen wird von der internationalen Völkergemeinschaft gegrüßt und gibt den Grund, von einer wesentlichen Festigung der internationalen und der regionalen Sicherheit und Stabilität im Norden zu sprechen“, hieß es im Kreml.

    Dort wird die Meinung vertreten, dass mit dem Abschluss des Vertrags neue Perspektiven für die Eröffnung der russisch-norwegischen Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen eröffnet werden. Unter anderem werden günstige Rechtsbedingungen für die Erschließung der Öl- und Gasressourcen des arktischen Kontinentalschelfs geschaffen.

    Immer mehr Staaten bekunden Interesse an einer aktiven Erschließung der Arktis. Das hängt mit dem Klimawechsel zusammen, der neue Möglichkeiten für den regulären Schiffverkehr im Nordpolarmeer bietet und den Zugang zu den Bodenschätzen dieser Region erleichtert. Russlands Minister für Naturnutzung, Juri Trutnew, dessen Behörde ein Programm der Erschließung des russischen Schelfs konzipiert, hat mehrmals die Zweckmäßigkeit einer Zusammenarbeit mit norwegischen Partnern und der Nutzung norwegischer Technologien betont.

    So gilt das norwegische Unternehmen Statoil als ein strategischer Partner des russischen Konzerns Gazprom bei der Erschließung des Gaskondensatvorkommens Schtokman in der Barentssee. Im Februar 2008 wurde ein Abkommen zwischen Gazprom, StatoilHydro (heute Statoil) und dem französischen Unternehmen Total über die Gründung der Betreibergesellschaft Shtokman Development unterzeichnet, in der Gazprom 51 Prozent, Total 25 Prozent und Statoil 24 Prozent gehören.

    Das Schtokman-Vorkommen gehört zu den weltgrößten: Seine Vorräte werden auf 3,9 Billionen Kubikmeter Gas und 56,1 Millionen Tonnen Gaskondensat geschätzt. Es liegt im Zentrum der Schelfzone des russischen Sektors der Barentssee, rund 600 Kilometer nordöstlich von Murmansk. Die Tiefe der Barentssee liegt dort bei mehr als 300 Metern.

    Mit der Unterzeichnung des Vertrags beginnt auch eine neue Etappe in der bilateralen Kooperation in der Fischereiwirtschaft. Dadurch entstehen „klarere und verständlichere Rechtsbedingungen für die Fischereiwirtschaft, was die Wahrscheinlichkeit von Konflikten in objektiver Weise verringert“, hieß es im Kreml.

    Darüber hinaus werden Medwedew und Stoltenberg einen großen Kreis der bilateralen Fragen erörtern, einschließlich der Ausführung der gemeinsamen Erklärung der beiden Spitzenpolitiker, die während des Norwegen-Besuchs des russischen Staatschefs im April beschlossen wurde, wie auch der anderen auf höchster Ebene erzielten Vereinbarungen.

    „Darüber hinaus wird die Entwicklung des politischen Dialogs, der Vervollkommnung der vertragsrechtlichen Basis, des Voranbringens des Zusammenwirkens in Handel und Wirtschaft, unter anderem im Kontext der Partnerschaft im Interesse der Modernisierung, der Zusammenarbeit in Energie- und Fischereiwirtschaft, beim Umweltschutz, bei der Gewährleistung der nuklearen Sicherheit und der Entwicklung der Regionen des Nordens“, teilte der Kreml-Pressedienst mit.

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