19:46 16 Dezember 2017
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    Modernisierung stolpert über Fachleutemangel – „NOVOPOL.ru“

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    Wenn unter Modernisierung in erster Linie die Schaffung von neuen Produktionslinien, ein technologischer Durchbruch verstanden wird, braucht unser Land Fachleute, die ihn verwirklichen können. Dieses Thema behandelt die Nachrichten-Webseite „NOVOPOL.ru“ am Donnerstag.

    Wenn unter Modernisierung in erster Linie die Schaffung von neuen Produktionslinien, ein technologischer Durchbruch verstanden wird, braucht unser Land Fachleute, die ihn verwirklichen können. Dieses Thema behandelt die Nachrichten-Webseite „NOVOPOL.ru“ am Donnerstag.

    Als Präsident Medwedew in seiner Botschaft an die Föderalversammlung von 2009 seine Modernisierungspläne bekannt gab, sprach er von fünf Hauptrichtungen:

    •    Entwicklung der Medizintechnik, Technologie und Pharmazeutik

    •    Erhöhung der Energieeffizienz, Übergang zu einem rationellen Modell des Rohstoff- und Energieeinsatzes

    •    Atomenergiewirtschaft

    •    Entwicklung von Weltraumtechnologien und Telekommunikationen:

    •    Entwicklung von strategischen und Informationstechnologien.

    Wenn wir davon ausgehen, braucht das Land vor allem Fachleute in der Medizin und der medizinischen Industrie, in der Energiewirtschaft, Kernphysiker, Kosmonauten und Fachleute für Weltraumtechnologien, Computertechnik und Elektronik.

    Dieser Logik zufolge hätte der Staat in erster Linie die Zahl der unentgeltlichen Studienplätze für die genannten Richtungen erhöhen sowie die Ausbildung von Fachleuten erweitern müssen, die die politischen, sozialen und ökologischen Folgen dieser oder jener Entscheidungen in Organisation, Technologie und Produktion analysieren könnten.

    Zugleich wäre es notwendig gewesen, die Haushaltsmittel für die Ausbildung in den Berufen zumindest beizubehalten, die von akademischem, langfristigem, nicht produktionsgebundenem Charakter sind und der Aufgabe dienen, Kultur zu erhalten und zu produzieren: Philologen, Kunstwissenschaftler, gute Pädagogen usw. Zur Gewährleistung ihrer Ausbildung hätten die Lehrer und Dozenten wenigstens das gleiche Lohnniveau haben müssen wie zu Sowjet-Zeiten. Es galt also, die Arbeit an Hochschulen und den Unterricht insgesamt angesehen und attraktiv zu machen.

    Aus unerfindlichen Gründen trat in der Sitzung des Staatsrates über Probleme des Bildungswesens eine andere Logik zu Tage.  Da das Land viel zu viele Fachleute mit Hochschulbildung ausbilde, sei der Akzent auf die Entwicklung nicht der Hoch-, sondern der Fachschulbildung zu setzen, das heißt auf technische und sonstige Fachschulen, die im Zuge der postsowjetischen Reformen in Colleges umgetauft wurden.

    Es stimmt, dass es unserem Land an qualifizierten Werkarbeitern und -meistern, Technikern und ähnlichen Fachkräften für die Produktion mangelt. Das weitet sich tatsächlich zu einem Hindernis für die Entwicklung der modernen Industrie aus. Es mangelt jedoch nicht nur an ihnen, sondern auch an Ingenieuren, Technologen und Konstrukteuren.

    Wenn also festgestellt wird, dass wir zu viele Fachleute mit Hochschulabschluss haben, müsste auch zugegeben werden, dass das Land keine Spezialisten im Bereich von Innovationstechnologien, Weltraum, Medizin, Kernhysik mehr brauche – ihre Zahl sei schon ausreichend.

    Wenn so an das Problem der Modernisierung und Innovation herangegangen wird, so kann man Russland nur sein Beileid ausdrücken.

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