00:27 23 Oktober 2018
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    Neue Protestkultur: Immer mehr Russen haben die Nase voll - „Nesawissimaja Gaseta“

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    Die Kommunisten haben untersucht, wie viele Russen aus welchen Beweggründen zuletzt an Protestaktionen teilgenommen haben, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

     

    Die Kommunisten haben untersucht, wie viele Russen aus welchen Beweggründen zuletzt an Protestaktionen teilgenommen haben, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Nach Angaben der Kommunisten nahmen an den Protestaktionen im August und im September rund 80.000 Menschen teil. In 63 Regionen protestierten die Menschen gegen den Preisanstieg der Lebensmittel, Polizeiwillkür und die Untätigkeit der Behörden. Außerdem gingen sie für ihre Verfassungsrechte und Freiheiten auf die Straße und solidarisierten sich mit der Landwirtschaft.

    Der Analyse zufolge gab es in den vergangenen Monaten deutlich mehr soziale Proteste. Insgesamt machte der Anteil der politischen Protestaktionen zwischen 25 und 33 Prozent aller Kundgebungen aus. Wenn man jedoch die Zahl der Menschen berücksichtigt, die an allen Protestaktionen teilnahmen, gingen über 60 Prozent auf die Straßen wegen politischen Zielen.

    Das Nachlassen der sozialen Proteste sei darauf zurückführen, dass die Regierung operativ auf die Unzufriedenheit der Menschen reagiere, sagte Sekretär des ZK der Kommunistischen Partei Sergej Obuchow.  

    Dabei würden die wichtigsten Wirtschafts- und Sozialprobleme entweder ignoriert oder mit halbherzigen Maßnahmen gelöst. Ein Beispiel dafür ist die Überschwemmung in Tuapse (Südrussland). Die Regierung habe den Geschädigten eine große Entschädigungssumme versprochen. Stattdessen wäre ein neues Benachrichtigungssystem für den Anstieg der Wasserstands viel wichtiger gewesen. Die Behörden hätten dafür wohl keine Zeit gehabt, so Obuchow.

     

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