14:02 21 Juli 2018
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    Medwedew lädt japanischen Premier in russischen Fernen Osten ein

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    Zunehmende Spannungen zwischen Russland und Japan (132)
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    Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat dem japanischen Premier Naoto Kan bei ihrem Treffen vorgeschlagen, sich mehr auf die wirtschaftliche Kooperation zu konzentrieren, anstatt die Beziehungen zwischen Moskau und Tokio auf den Kurilen-Streit zu reduzieren.

    Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat dem japanischen Premier Naoto Kan bei ihrem Treffen vorgeschlagen, sich mehr auf die wirtschaftliche Kooperation zu konzentrieren, anstatt die Beziehungen zwischen Moskau und Tokio auf den Kurilen-Streit zu reduzieren. 

    Über die Ergebnisse des Treffens, das am Samstag in Yokohama stattfand, berichtete der russische Außenminister Sergej Lawrow: „Der Präsident sagte, dass man auf emotionale Äußerungen und diplomatische Gesten verzichten sollte, denn sie sind nicht immer förderlich. Medwedew schlug vor, die Haltung zum Problem des Friedensvertrags zu ändern und der Wirtschaft Vorrang zu geben… Der japanische Premier gab zu, dass die Wirtschaftskooperation angekurbelt werden sollte. Ich denke, das ist ein gutes Ergebnis dieses Treffens“.

    „Zum Schluss lud der russischen Präsident den japanischen Premier ein, entweder Moskau oder eine andere russische Region einschließlich des Fernen Osten zu besuchen. Die Einladung wurde angenommen. Nun sollen wir einen konkreten Termin vereinbaren“, so der russische Außenminister weiter.

    65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es zwischen Russland und Japan noch keinen Friedensvertrag. Die Spannungen schürt vor allem der Gebietsstreit um die Kurilen-Inseln. Anfang November war er erneut eskaliert, als Medwedew diese von Japan beanspruchten Inseln besucht hatte. Kan erklärte damals, Tokio betrachte die vier Inseln als japanisches Territorium, deshalb sei Medwedews Besuch zu bedauern. Moskau wies den Vorwurf zurück: „Das ist unser Land". Tokio bestellte den russischen Botschafter ein, auch der japanische Botschafter wurde ins russische Außenministerium zitiert.

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