23:31 13 Dezember 2018
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    Polens Präsident begrüßt russische Parlamentserklärung zu Massaker von Katyn

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    Der polnische Präsident Bronislav Komorowski hat die Katyn-Erklärung der russischen Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments) als ein gutes Zeichen vor dem Polen-Besuch von Präsident Medwedew, der noch vor Jahresende stattfinden soll, gewertet.

    Der polnische Präsident Bronislav Komorowski hat die Katyn-Erklärung der russischen Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments) als ein gutes Zeichen vor dem Polen-Besuch von Präsident Medwedew, der noch vor Jahresende stattfinden soll, gewertet.

    Am gestrigen Freitag hat die russische Staatsduma beschlossen, die Hinrichtung von tausenden polnischen Offizieren im Dorf Katyn bei Smolensk im Juni 1940 als eine Tragödie für beide Länder und Willkür des totalitären Regimes in der ehemaligen Sowjetunion anzuerkennen.

    In der Erklärung des Parlaments „Über die Tragödie von Katyn und ihre Opfer“ werden Terror und Massenverfolgungen verurteilt, die mit der Idee von Gesetzlichkeit und Gerechtigkeit unvereinbar seien. Die Parlamentarier räumten ein, dass die polnischen Offiziere „im Auftrag von Josef Stalin und anderen sowjetischen Führern“ erschossen wurden. Sie äußerten ihr tief empfundenes Mitgefühl für alle Opfer von unbegründeten Repressalien und brachten die Hoffnung zum Ausdruck, dass eine neue Etappe in den Beziehungen zwischen Russland und Polen beginnen werde.

    „Ich finde, das ist ein positives Signal aus Moskau kurz vor dem Besuch von Präsident Dmitri Medwedew in Warschau. Wir akzeptieren dieses Dokument und sind in höchstem Maße zufrieden, da es sich um ein offizielles Parlamentsdokument handelt“, zitieren polnische Medien am Samstag Komorowski.

    Der polnische Premier Donald Tusk bezeichnete den Beschluss der Staatsduma als „einen guten Schritt“. Er erwarte von Russland auch weitere Schritte in dieser Richtung.

    Der Außenminister Polens, Radoslaw Sikorski, begrüßte die Katyn-Erklärung der Staatsduma, die den gegenseitigen Wunsch Polens und Russlands nach einer Aussöhnung wiederspiegle.

    Mehr als 14 000 polnische Offiziere waren im Herbst 1939 in der UdSSR interniert worden. Im Jahre 1943, zwei Jahre nach der Okkupation der westlichen Gebiete der Sowjetunion durch die Hitlerarmee, tauchten Berichte auf, denen zufolge die polnischen Offiziere von Angehörigen des Volkskommissariates für Inneres (das sowjetische Innenministerium, russ. Abk.: NKWD) im Wald von Katyn, 14 Kilometer westlich von Smolensk, erschossen worden waren.

    Die sowjetische Kommission beschuldigte 1944 die deutsche Seite, die Polen ermordet zu haben.

    Der Katyn-Fall hatte jahrelang die russisch-polnischen Beziehungen überschattet. Ende April 2010 veröffentlichte das Hauptarchiv Russlands zum ersten Mal auf seiner Webseite Archiv-Dokumente über tausende erschossene Polen. Im Mai übergab Russland der polnischen Seite 67 Bände des Strafrechtsfalls Nr. 159 zur Hinrichtung polnischer Offiziere bei Katyn.

    Die Deklaration der Staatsduma, an der gleich drei Ausschüsse gearbeitet haben, soll Moskaus Interesse an einem „Neustart“ der Beziehungen mit Polen untermauern.

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