14:21 17 Februar 2019
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    Enthüllte US-Depeschen: „Alpha-Rüde“ Putin ist Batman, Medwedew ist Robin - „Wedomosti“

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    WikiLeaks veröffentlicht Geheimdokumente des US-Außenamtes (107)
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    Nach Einschätzung von US-Diplomaten hat der russische Regierungschef Wladimir Putin mehr Macht als Präsident Dmitri Medwedew, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Nach Einschätzung von US-Diplomaten hat der russische Regierungschef Wladimir Putin mehr Macht als Präsident Dmitri Medwedew, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte mehr als 250.000 Depeschen der US-Diplomaten veröffentlicht. Den US-Diplomaten und Beamten zufolge werden alle Entscheidungen in Russland von Regierungschef Putin und nicht von Präsident Medwedew getroffen. In den vertraulichen Dokumenten wird Medwedew als „blass und unentschlossen“ beschrieben und mit dem Cartoonheld Robin verglichen, während die Rolle des Batman Putin zugeschrieben wird. Außerdem wird Putin als „Alpha-Rüde“ bezeichnet.

    Die US-Depeschen enthalten weitere interessante Informationen. Laut US-Verteidigungsminister Robert Gates ist Medwedew pragmatischer als Putin. US-Außenministerin Hillary Clinton beauftragte zudem Diplomaten, zu prüfen, ob Putin und der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi Privatgeschäft eingefädelt hätten. Die USA sind über die enge Freundschaft der beiden Politiker beunruhigt.

    Erwähnenswert ist auch ein Gespräch zwischen US-Vizeaußenminister William Burns mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilcham Alijew, bei dem darüber gesprochen wurde, dass Medwedew von Putin abhängig sei. Beim Treffen mit Burns im Februar sprach Alijew über die Situation um die Demarkation der Grenze zu Russland. Die Frage sei zwar mit Medwedew abgestimmt worden, sei jedoch ins Stocken geraten, weil Putin noch seine Zustimmung geben musste. Nach Angaben von US-Diplomaten ist Alijew der Ansicht, dass Medwedew von Menschen umgeben ist, die er nicht unter Kontrolle hat. Zudem  gibt es Anzeichen eines Konflikts zwischen den Teams der beiden russischen Spitzenpolitiker.

    Dabei geht es offenbar um die Verhandlungen zwischen Medwedew und Alijew im Juli des Vorjahres. Damals war zwar eine Annäherung erreicht worden, der Vertrag über die Demarkierung der Grenzen wurde jedoch erst im September dieses Jahres unterzeichnet.

    Laut Medwedews Sprecherin Natalia Timakowa gibt es in den US-Depeschen nichts Interessantes und Erwähnenswertes.

    Andrej Klimow, stellvertretender Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma (Parlamentsunterhaus), betonte, dass die Echtheit von veröffentlichten Dokumenten nicht bestätigt wurde. Die Depeschen könnten Formulierungen enthalten, die anderen Staaten nicht gefallen, sagte Klimow.

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