22:45 19 August 2017
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    Nach Krawallen am Manege-Platz: Opposition will Kontrolle über Sicherheitsstrukturen

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    Massenkrawalle in Moskau nach dem Tod eines Fußballfans (43)
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    Die Koalition demokratischer Kräfte „Für Russland ohne Willkür und Korruption“ hat nach den Samstags-Krawallen auf dem Manegeplatz in Moskau eine Erklärung angenommen, in der sie fordert, alle Sicherheitsdienste Russlands unter Kontrolle der Zivilgesellschaft zu stellen.

    Die Koalition demokratischer Kräfte „Für Russland ohne Willkür und Korruption“ hat nach den Samstags-Krawallen auf dem Manegeplatz in Moskau eine Erklärung angenommen, in der sie fordert, alle Sicherheitsdienste Russlands unter Kontrolle der Zivilgesellschaft zu stellen.

    Das teilte einer der Gründer der Koalition, der Politiker Wladimir Ryschkow am Montag in einer Eröffnungsrede auf dem Parteitag des Bündnisses in Moskau mit.

    „Wir fordern, unverzüglich eine Reform aller russischen Sicherheitsstrukturen einzuleiten. Es gilt, sie unter die Kontrolle der Zivilgesellschaft zu stellen“, zitierte Ryschkow das Dokument.

    Am Samstag hatten sich auf dem Manegeplatz im Moskauer Stadtkern rund 5 500 hauptsächlich junge Menschen versammelt, die sowohl Fußball-Fanclubs als auch nationalistische Organisationen vertraten. Es kam zu einer Massenprügelei. 29 Menschen wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

    Als Vorwand für die Massenunruhen diente der Mord an einem Spartak-Fan, der am 6. Dezember bei einer Schlägerei im Norden von Moskau erschossen worden war. Die Emotionen hatten sich an dem Umstand angeheizt, dass einige der an dem Raufhandel beteiligten Männer, die aus der Kaukasusregion stammen, nach dem Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt worden waren.

    Die Krawalle am 11. Dezember haben Ryschkow zufolge gezeigt, dass „die sozialwirtschaftliche Entwicklung des Landes nach einem ungünstigen Drehbuch läuft“. Die Koalition fordert in ihrer Erklärung, ein effektives Programm im Bereich der Einwandererpolitik zu entwickeln. Die Polizei und die Spezialeinheiten Moskaus haben Ryschkow zufolge ihre Hilflosigkeit und Unfähigkeit gezeigt, „Ruhe und Ordnung im Zentrum der russischen Hauptstadt zu sichern“.

    Wie früher mitgeteilt, standen dem russischen Innenminister Raschid Nurgalijew zufolge Vertreter der linksradikalen Jugend, die sich den Fans angeschlossen hatten, hinter den Tumulten.

    Nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Russischen Fußballverbands, Sergej Furssenko, und Vertretern der Moskauer Fußballclubs in der russischen Hauptstadt gab der Chef der städtischen Polizeiverwaltung, Wladimir Kolokolzew, bekannt, dass die meisten Anstifter der Krawalle auf dem Manegeplatz mit Fußball nichts zu tun hätten. Kolokolzew zufolge haben Nationalisten den tragischen Vorwand, den Mord am Spartak-Fan Jegor Swiridow, ausgenutzt.

    Am Sonntag schrieb der russische Präsident Dmitri Medwedew in seinem Twitter-Blog, die Situation in Moskau sei unter Kontrolle und alle, „die sich etwas zuschulden kommen haben lassen“, würden zur Verantwortung gezogen.

    Die Koalition „Für Russland ohne Willkür und Korruption“ wurde im September von vier russischen Oppositionsorganisationen, geleitet von Boris Nemzow, Wladimir Ryschkow, Wladimir Milow und Michail Kasjanow, gebildet. Auf dem heutigen Parteitag will die Koalition demokratischer Kräfte die „Partei der Volksfreiheit“ gründen, ihr Statut und Programm annehmen und die Parteiführung wählen. Die Oppositionellen wollen auch über das Wahlverfahren für einen einheitlichen Präsidentenkandidaten bei der Präsidentenwahl Russlands 2012 entscheiden.

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