13:04 22 Juli 2018
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    Neuer Abrüstungspakt mit USA ohne Folgen für russische „Pannenrakete“ Bulawa

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    Der neue Vertrag mit den USA über die Reduzierung von Atomwaffen (START-Nachfolgevertrag) erlegt der neuen russischen Interkontinentalrakete Bulawa laut Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow keine Restriktionen auf.

    Der neue Vertrag mit den USA über die Reduzierung von Atomwaffen (START-Nachfolgevertrag) erlegt der neuen russischen Interkontinentalrakete Bulawa laut Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow keine Restriktionen auf.

    Die Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments) hat am Freitag den im April unterzeichneten Atom-Abrüstungsvertrag in erster Lesung gebilligt.

    Vor der Abstimmung hatte Serdjukow vor den Abgeordneten beteuert, dass der neue Abrüstungsvertrag weder den Dienstantritt der für ihre zahlreichen Pannen berüchtigten U-Boot-gestützten leichten Bulawa-Rakete behindere noch den Abbau der schweren ballistischen Raketen erfordere.

    Laut dem Vertrag stehe Russland weiterhin die Möglichkeit zu, seine Atomwaffen-Triade (luft-, land- und seegestützte Atomraketen) weiter zu entwickeln, sagte der Minister. Die im Start-Nachfolgevertrag enthaltenen Restriktionen hinsichtlich der Zahl der Raketen und Sprengköpfe ermöglichen es Russland, noch mindestens 15 Jahre lang ihre Atomwaffenpotenzen zügig weiterzuentwickeln.

    Zudem beschere der neue Vertrag Russland einen wichtigen Vorteil in Sachen gegenseitige Inspektionen, sagte Serdjukow. Da die USA weniger zu inspizierende Anlagen haben, könne Russland anhand des neuen Vertrags diese alle jährlich kontrollieren. "Die Amerikaner können das in Bezug auf Russland leider - oder genauer gesagt zum Glück - nicht tun.“

    Nach dem Inkrafttreten des neuen Abrüstungspakts werde Russland keinen seiner Truppenteile auflösen müssen, betonte der Verteidigungsminister. Bei einer Nichtratifizierung aber würde Russland die wichtige Möglichkeit entgehen, die US-Rüstungsaktivitäten zu kontrollieren. Das könnte die nukleare Parität stören.

    Der russische Präsident Dmitri Medwedew und sein US-Amtskollege Barack Obama hatten den Vertrag am 8. April unterzeichnet. Demnach müssen beide Staaten binnen sieben Jahren die Anzahl der atomaren Sprengköpfe auf je 1550 verringern und die strategischen Trägersysteme (land- und seegestützte Langstreckenraketen und Langstreckenbomber) auf jeweils 800 halbieren.

    Der US-Senat ratifizierte am Mittwoch die Vereinbarung. Gleichzeitig verabschiedete der Senat aber eine Begleitresolution, die mehrere wichtige Klauseln beinhaltet. Deshalb beschloss die Duma, den Vertrag nicht in einem sonst üblichen Schnellvorgang, sondern detailliert in drei Lesungen zu erörtern.

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