02:34 20 August 2017
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    Fragwürdiger Estland-Umriss auf Euro-Münze: Moskau akzeptiert Tallinns Erklärung

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    Die russische Botschaft in Tallinn hat die Erläuterungen der estnischen Seite zur Kenntnis genommen, laut denen das Territorium Estlands auf den neuen estnischen Euro-Münzen in den real existierenden Grenzen dargestellt ist. Zugleich vertritt die Botschaft den Standpunkt, dass in der wichtigen Frage des Grenzverlaufs „Künstlerfantasien“ fehl am Platze sind. Das teilte Maria Schustizkaja, Presseattache der Botschaft, am Freitag RIA Novosti mit.

    Die russische Botschaft in Tallinn hat die Erläuterungen der estnischen Seite zur Kenntnis genommen, laut denen das Territorium Estlands auf den neuen estnischen Euro-Münzen in den real existierenden Grenzen dargestellt ist. Zugleich vertritt die Botschaft den Standpunkt, dass in der wichtigen Frage des Grenzverlaufs „Künstlerfantasien“ fehl am Platze sind. Das teilte Maria Schustizkaja, Presseattache der Botschaft, am Freitag RIA Novosti mit.

    Im Vorfeld des Beitritts Estlands zur Euro-Zone am 1. Januar 2011 waren 194 Millionen estnische Euro-Münzen mit einer Gesamtmasse von rund 600 Tonnen in Finnland geprägt worden. Auf der Rückseite ist der geographische Umriss Estlands dargestellt. Letzten Dienstag machte der Jurist und Bürgerrechtler Sergej Seredenko darauf aufmerksam, dass die auf den frisch geprägten Euro-Münzen dargestellte Landkarte Estlands angeblich nicht dem heutigen Umriss entspreche und einen Teil russischen Territoriums mit einschließe.

    Am Mittwoch erklärte ein Sprecher des Pressedienstes der Estnischen Zentralbank, die Darstellung der estnischen Landkarte auf den Münzen widerspiegele eine „Künstlervorstellung von den Grenzen Estlands“. Er könne „nicht behaupten, dass Estlands Umriss den heutigen Grenzen des Landes exakt entsprechen würde“, betonte er in einem RIA-Novosti-Gespräch.

    Der estnische Botschafter in Russland, Simmu Tiik, teilte später offiziell mit, die auf den estnsischen Euro-Münzen dargestellte Landkarte Estlands entspreche den heutigen Konturen und schließe keine Teile des Territoriums Russlands mit ein. Der Diplomat räumte ein, dass auf der ursprünglichen Skizze zur Darstellung der Rückseite der Münze in der Tat die alte estnische Grenze abgebildet worden war. Die Skizze sei aber „schnell korrigiert worden“, so der Botschafter.

    Diesen Umstand bewertete die russische Botschaft als ein Zeichen „für die sich bedauernswerterweise wiederholenden Versuche, die geltenden Grenzen zu revidieren, die den Rückzug der russischen Unterschrift unter dem Grenzvertrag von 2005 verursacht hatten“.

    „Symptomatisch ist auch, dass jetzt von einer ‚Künstlervorstellung’ des Autors der Skizze von den Grenzen Estlands die Rede sei, die ‚einiges zulässt’“, so die russische Botschaftssprecherin. „Wir sind der Ansicht, dass in der für die zwischenstaatlichen Beziehungen derart prinzipiellen Frage wie der Verlauf der Grenzlinie keine ‚Künstlerfantasien’ zulässig sind.“

    Der seit dem UdSSR-Zerfall andauernde Grenzstreit zwischen Moskau und Tallinn hindert die Seiten bis zum heutigen Tag an der Unterzeichnung eines Grenzvertrags.