05:18 22 Juli 2018
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    Türkei-Armenien: Erdogan setzt Aussöhnung mit Denkmalabriss aufs Spiel – „Iswestija"

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    Die vor etwa zwei Jahren begonnene Annäherung zwischen der Türkei und Armenien steht wegen eines geplanten Denkmalabrisses auf der Kippe, schreibt die Zeitung „Iswestija" am Donnerstag.

    Die vor etwa zwei Jahren begonnene Annäherung zwischen der Türkei und Armenien steht wegen eines geplanten Denkmalabrisses auf der Kippe, schreibt die Zeitung „Iswestija" am Donnerstag.

    Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan ordnete den Abriss des 30 Meter hohen Monuments „Frieden und Brüderschaft“ in der Stadt Kars an, das als Symbol für die Freundschaft mit Armenien gilt. Was aber die Freundschaft zwischen beiden Völkern ist, weiß man weder auf der einen noch auf der anderen Seite der gesperrten Grenze zwischen den beiden Nachbarländern.

    Erdogan nannte die Skulptur „ein hässliches Ungeheuer“, das nichts neben den alten architektonischen Denkmälern zu suchen habe. An der Stelle, wo das Monument steht, soll eine Parkanlage entstehen.

    Die türkische Opposition kritisierte den Regierungschef und warnte vor dem Abriss des Denkmals. Die Republikanische Volkspartei erklärte, das Kunstwerk dürfe nicht angetastet werden.

    Die Skulptur, die nur 40 Kilometer von der armenischen Grenze entfernt liegt, ist 2008 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters errichtet worden, der in der Türkei als Anhänger der Annäherung mit Armenien galt.

    Experten sind überzeugt: Erdogan will mit dem Abriss des Denkmals nicht nur Armenien nerven. Dieser Schritt verfolgt auch andere Ziele: Im kommenden Sommer finden in der Türkei Parlamentswahlen statt. Erdogan will mit dieser Aktion vor allem bei der nationalistischen Wählerschaft Punkte sammeln.

    Außerdem sind die Perspektiven der Annäherung zwischen Ankara und Jerewan nach wie vor unklar. Im Herbst 2009 schienen die Seiten das Eis gebrochen zu haben, als die Außenminister beider Länder in Zürich ein Protokoll über die Normalisierung der Beziehungen unterzeichneten. Seitdem wurden aber keine weiteren Fortschritte gemacht. Das Thema Anerkennung des Völkermords an Armeniern durch Ankara und der Karabach-Konflikt sind die größten Stolpersteine auf dem Weg zur Aussöhnung.

    Erwähnenswert ist, dass die Türken bereits 1918  ein Bronzemonument zum Gedenken der russischen Soldaten in Kars gesprengt hatten, die bei der Erstürmung der gleichnamigen Burg während der Kriege gegen das Osmanenreich gefallen waren.

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