10:09 16 Oktober 2018
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    Nach Veröffentlichung von Kosovo-Geheimpapieren: Nato lässt Datenleck untersuchen

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    Die Nato-Vertreter im Kosovo haben Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Publikwerden von Geheimdokumenten der internationalen Friedenskräfte (KFOR) eingeleitet, berichten örtliche Medien.

    Die Nato-Vertreter im Kosovo haben Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Publikwerden von Geheimdokumenten der internationalen Friedenskräfte (KFOR) eingeleitet, berichten örtliche Medien.

    Die britische Zeitung „The Guardian“ hatte Nato-Geheimdaten veröffentlicht, in denen der Premier des Kosovo, Hashim Thaci, als einer der Schlüsselakteure der kriminellen Welt bezeichnet wird.

    Die Geheimdokumente zeugen auch davon, dass die USA und andere westliche Länder einige Jahre lang Thaci weiter unterstützen, obwohl sie um seine kriminellen Beziehungen gewusst hätten.

    Die Zeitung beruft sich auf Dokumente der KFOR-Kräfte, die auf der Grundlage von Berichten der westlichen Geheimdienste vorbereitet worden waren.

    Die Geheimdokumente erschienen im „Guardian“ kurz vor der Besprechung des Berichts des Schweizer Parlamentariers Dick Marty in einer Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) über die „schwarze Transplantologie“ und andere Verbrechen im Kosovo. Die PACE verabschiedete am Dienstag nach einer mehrstündigen Diskussion eine Resolution, in der sie die 47 Länder des Europarates aufrief, die Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union im Kosovo (EULEX) bei den Ermittlungen zu Martys Bericht zu unterstützen.

    PACE-Sonderberichterstatter Dick Marty hatte im Dezember 2010 einen Bericht veröffentlicht, in dem es heißt, der Premier des Kosovo, Hashim Thaci, habe Ende der 1990er Jahre eine verbrecherische Organisation geleitet, die Auftragsmorde verübt und illegalen Organhandel betrieben habe. Thaci weist alle Anschuldigungen zurück.

    Die Nato trat in den bewaffneten Konflikt im Kosovo (1998-1999) auf der Seite der Kosovo-Albaner (90 bis 95 Prozent der Bevölkerung) ein, die die Unabhängigkeit von Serbien anstrebten. Die albanischen Behörden des Kosovo erklärten am 17. Februar 2008 mit Unterstützung der USA und einiger EU-Länder einseitig die Unabhängigkeit von Serbien.

    Die internationale KFOR-Truppe war im Sommer 1999 nach dem 78-tägigen Nato-Bombardement Serbiens in den Kosovo einmarschiert. Die zahlenmäßige Stärke der KFOR-Truppe ging seitdem von 46.000 Soldaten zum Zeitpunkt des Einmarsches auf 8.454 Anfang November 2010 zurück.

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