21:46 05 Dezember 2019
SNA Radio
    Politik

    Kurilen-Konflikt: Japans Premier rügt Medwedew scharf

    Politik
    Zum Kurzlink
    Zunehmende Spannungen zwischen Russland und Japan (132)
    116
    Abonnieren

    Ungewöhnlich harte Worte hat der japanische Premierminister Naoto Kan am heutigen Montag in seiner Ansprache beim „Gesamtnationalen Kongress für die Rückgabe der nördlichen Territorien“ gewählt.

    Ungewöhnlich harte Worte hat der japanische Premierminister Naoto Kan am heutigen Montag in seiner Ansprache beim „Gesamtnationalen Kongress für die Rückgabe der nördlichen Territorien“ gewählt.

    Im Zusammenhang mit der Kurilen-Reise des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew im November 2010 sprach Kan von einer „unzulässigen Grobheit“.Kan habe laut eigenen Angaben bereits bei einem Gipfeltreffen mit Präsident Medwedew während der Konferenz der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft am 14. November 2010 seinen Protest ausgesprochen, teilt die japanische Nachrichtenagentur Kyodo mit.

    Das Gebietsproblem sei für die japanische Diplomatie äußerst wichtig, so der japanische Premier. Er werde die Verhandlungen mit Russland über die endgültige Lösung des Problems der „nördlichen Territorien“ und über einen Abschluss eines Friedensvertrages beharrlich voranbringen.

    Medwedews Besuch auf der Südkurilen-Insel Kunaschir Ende 2010 war der erste Besuch eines russischen Präsidenten auf der Inselkette gewesen und wurde von Japan scharf kritisiert. Auch die darauf folgenden Kurilen-Besuche von russischen Beamten wurden in Tokio als Anzeichen einer Verhärtung der russischen Haltung zur territorialen Angehörigkeit der Inseln bewertet.

    Selbst vor diesem Hintergrund nannten japanische Medien die nunmehrige Äußerung des Premiers „beispiellos scharf“.

    Das russische Außenministerium hatte auf Proteste der japanischen Seite mehrmals darauf hingewiesen, dass die Reisen des russischen Präsidenten und der führenden Repräsentanten des Staates durch verschiedene Regionen des Landes eine innere Angelegenheit Russlands seien.

    Ein Kongress mit der Forderung nach der Rückgabe von vier Inseln der Südkurilen findet in Japan jedes Jahr unter der Schirmherrschaft der Regierung am Tag der „nördlichen Territorien“ statt, der in Japan am 7. Februar begangen wird. An diesem Tag war 1855 zwischen Russland und Japan der erste Vertrag über Handel und Grenzen, genannt Vertrag von Shimoda, unterzeichnet worden. Laut diesem Vertrag gingen die Inseln Kunaschir, Schikotan, Iturup und  Habomai an Japan über.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg fielen die umstrittenen Inseln jedoch an die UdSSR, als deren Rechtsnachfolger sich Russland sieht. Japan macht die Unterzeichnung eines Friedensvertrages mit Russland von der Lösung des Gebietsstreits abhängig.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Zunehmende Spannungen zwischen Russland und Japan (132)

    Zum Thema:

    Qualität anders als in EU: Deutsche und andere Marken sorgen für Verbraucherskandal in Russland
    Putin: Nur Paris hat auf Moratorium-Idee reagiert - dies zwingt Russland, sich zu schützen
    „Sie bauen einfach weiter“: Rohrverlegung bei Nord Stream 2 wieder aufgenommen – OMV
    Polens Präsident Duda will in Russland plötzlich keinen Nato-Feind mehr sehen – Moskau kommentiert