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07:23 14 Oktober 2019
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    Inselstreit: Medwedew lässt Waffen auf Kurilen aufstellen - MEHR

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    Zunehmende Spannungen zwischen Russland und Japan (132)
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    Der Inselstreit zwischen Russland und Japan zieht weiter Kreise: Auf die zunehmend härtere Rhetorik aus Tokio hat Russlands Präsident Dmitri Medwedew mit dem Befehl reagiert, moderne Waffen auf den von Japan beanspruchten pazifischen Kurilen-Inseln zu stationieren.

    Der Inselstreit zwischen Russland und Japan zieht weiter Kreise: Auf die zunehmend härtere Rhetorik aus Tokio hat Russlands Präsident Dmitri Medwedew mit dem Befehl reagiert, moderne Waffen auf den von Japan beanspruchten pazifischen Kurilen-Inseln zu stationieren.

    Am Mittwoch wies Medwedew Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow an, die Soldaten auf den Kurilen mit modernsten Waffen auszurüsten „um die Sicherheit der Inseln als unabdingbarer Bestandteil der Russischen Föderation zu gewährleisten“.

    „Die Kurilen sind russisches Territorium und unterliegen der russischen Souveränität“, sagte Medwedew in seiner Landresidenz Gorki bei Moskau. „Wir werden alle notwendigen Anstrengungen unternehmen, um unsere strategische Präsenz auf den Kurilen zu stärken.“

    "Die Waffen, die dort sind, müssen modern und ausreichend sein, um die Sicherheit der Inseln als unabdingbarer Bestandteil der Russischen Föderation zu gewährleisten. Russland strebe gute Beziehungen mit den Nachbarn an, werde jedoch nur mit denjenigen zusammenarbeiten, die eine solche Zusammenarbeit nicht als eine Beleidigung für sich betrachten, sagte der Präsident.

    Serdjukow kündigte seinerseits an, das Verteidigungsministerium werde bereits bis Ende Februar den Bedarf an neuen Waffen auf den Kurilen ausrechnen.
        
    Vom Regionenminister Viktor Bassargin, der bei dem Treffen zugegen war, forderte Medwedew, die Kurilen für Investoren attraktiver zu machen und den dortigen Tourismus zu fördern. Ziel sei es, dass es den Menschen, die auf den Kurilen leben, „nicht schlechter als auf dem Festland“ gehe.

    Zankapfel Südkurilen

    Die Kurilen sind eine etwa 1200 Kilometer lange Ansammlung von mehr als 30 großen und kleinen Inseln. Sie liegen zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der gesamte Inselbogen an die Sowjetunion, was völkerrechtlich festgehalten wurde.

    Japan hält die südlichen Kurilen-Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die unbewohnte Inselgruppe Habomai für unrechtmäßig besetzt und fordert deren Rückgabe. Dabei beruft sich Tokio auf einen bilateralen Handels- und Grenzvertrag von 1855, in dem diese Inseln als japanisch anerkannt worden waren. Der Streit behindert bis heute den Abschluss eines offiziellen Friedensvertrags zwischen Moskau und Tokio. Stattdessen unterzeichneten beide Staaten 1956 eine gemeinsame Deklaration, mit der der Kriegszustand beendet wurde.

    Im November löste eine Reise des russischen Staatschefs Medwedew auf die Inseln eine heftige Reaktion in Tokio aus: Japan legte die Unterzeichnung eines Wirtschaftsvertrags mit Russland auf Eis und entließ seinen Botschafter in Moskau, Masaharu Kono - dieser soll nicht rechtzeitig über Medwedews Besuch informiert haben. Im Februar bezeichnete der japanische Premierminister Naoto Kan Medwedews Kurilen-Reise als eine „unzulässigen Grobheit“.

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