11:08 23 Oktober 2018
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    Inselstreit: Japaner melden Beschuss von Fischerboot - Russland dementiert

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    Zunehmende Spannungen zwischen Russland und Japan (132)
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    Im Gebietsstreit zwischen Moskau und Tokio wird es brenzlig: Nachdem Russland eine Militäraufstockung auf seinen pazifischen Kurilen-Inseln angekündigt hat, berichteten japanische Medien über angebliche Schüsse auf ein Fischerboot. Der russische Küstenschutz dementiert dies.

    Im Gebietsstreit zwischen Moskau und Tokio wird es brenzlig: Nachdem Russland eine Militäraufstockung auf seinen pazifischen Kurilen-Inseln angekündigt hat, berichteten japanische Medien über angebliche Schüsse auf ein Fischerboot. Der russische Küstenschutz dementiert dies. 

    Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete am Dienstag unter Verweis auf japanische Behörden, dass russische Grenzer nahe der Insel Habomai Leuchtgeschosse auf einen japanischen Fischkutter abgefeuert hätten. Nach Angaben der Agentur kann nicht völlig ausgeschlossen werden, dass das Schiff das russische Hoheitsgewässer angelaufen habe.

    Der russische Küstenschutz dementierte am Mittwoch diese Meldungen. "Unsere Mitarbeiter haben auf keine japanischen Fischerboote geschossen“, teilte eine Sprecherin des Inlandsgeheimdienstes FSB, dem der Küstenschutz unterstellt ist, RIA Novosti mit. „Es hat nicht einmal Warnschüsse gegeben.“

    Offiziell wollten die japanischen Behörden den Vorfall vorerst nicht kommentieren. Eine Ermittlung sei eingeleitet worden, die Ermittler würden noch auf die Rückkehr des Schiffs in den Hafen warten. Bis dahin gäbe es keine offizielle Stellungnahme.

    Im Januar 2010 hatte der russische Küstenschutz zwei japanische Fischerboote in einer für den Fischfang gesperrten Zone nur 1,5 Meilen von der Insel Kunaschir entdeckt und unter Beschuss genommen.

    Die japanische Seite hatten zunächst die Verletzung der russischen Seegrenze abgestritten, musste später jedoch zugeben, dass die beiden Fischkutter ihre GPS-Geräte abgeschaltet hatten und 4,5 Stunden lang für die japanischen Kontrollbehörden unsichtbar waren. Die Kapitäne der beiden Schiffe wurden in der Heimat zu Geldstrafen von insgesamt 5.000 US-Dollar verurteilt.

    Kunaschir ist eine der vier südlichen Kurilen-Inseln zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido, die nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion gefallen waren. Japan hält die Inseln für unrechtmäßig besetzt und fordert deren Rückgabe. Der Streit behindert bis heute den Abschluss eines offiziellen Friedensvertrags zwischen Moskau und Tokio.

    Vergangene Woche ordnete Russlands Präsident Dmitri Medwedew an, moderne Waffen auf den Kurilen-Inseln zu stationieren. Damit reagierte der Staatschef auf die zunehmend härtere Rhetorik aus Tokio.

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