15:03 24 Juni 2018
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    Irakischer Chemiker gesteht: Berichte über B-Waffen-Fabriken im Irak erfunden

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    Der Chemieingenieur Rafid Ahmed Alwan al-Janabi, der eine zentrale Rolle bei der Entfesselung des Krieges gegen den Irak 2003 gespielt haben soll, hat jetzt seine Lüge über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak gestanden und auch seine Gründe für die Lüge erläutert.

    Der Chemieingenieur Rafid Ahmed Alwan al-Janabi, der eine zentrale Rolle bei der Entfesselung des Krieges gegen den Irak 2003 gespielt haben soll, hat jetzt seine Lüge über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak gestanden und auch seine Gründe für die Lüge erläutert.

    Ursprünglich hatte al-Janabi seine Lügengeschichte über mobile B-Waffen-Fabriken und geheime B- und C-Waffen-Betriebe im Irak BND-Offizieren erzählt, später wurde sie als Beweismaterial für die Behauptung des damaligen US-Außenamtschefs Colin Powell mit verwendet, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen. Powell erwähnte al-Janabis „Angaben“ in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates am 5. Februar 2003, in der er die Notwendigkeit einer bewaffneten Aktion gegen den Irak begründete.

    In einem am Mittwoch in der britischen Zeitung „The Guardian“ veröffentlichten Exklusiv-Interview nannte der Ingenieur die Gründe für seine Tat. „Ich habe dies im Interesse meines Volkes getan. Das alte Regime war eine Diktatur, was viele Probleme für das Land verursachte, etwa Kriege mit unseren Nachbarn… Ich wollte das nicht akzeptieren, ich musste etwas für mein Land tun. Ich habe es getan und bin nun damit zufrieden, dass der Irak keinen Diktator mehr hat.“

    Auf seine Gefühle angesprochen, als Powell ihn als Datenquelle erwähnte, gestand der Iraker,  er habe einen Schock erlebt: „Es war vereinbart, dass Deutschland die Informationen behalten und nicht an ein anderes Land weiterleiten  wird. Die Deutschen wollten das aber nicht akzeptieren.“

    Al-Janabi wies die Vermutung zurück, er habe die Geschichte erfunden, um politisches Asyl in Deutschland zu bekommen. „Meine Geschichte über B-Waffen hat mit dem Asylantrag nichts zu tun“, behauptete er. „Der BND bzw. jemand sonst in Deutschland behaupteten, ich habe über die Waffen erzählt, weil ich das Asyl beantragen wollte. Das stimmt nicht.“

    Al-Janabi hatte im Dezember 1999 einen Asylantrag in Deutschland gestellt, dem im März 2000 entsprochen wurde.

    Ein Jahr nach dem Beginn des Irak-Krieges gab Powell zu, die Daten über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak seien unverifiziert und unexakt gewesen.

    Die Militäroperation der USA und ihrer Verbündeten gegen den Irak begann im März 2003. Der formelle Anlass für die Operation waren die Behauptungen der US-Regierung, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen. Diese Behauptungen fanden bis jetzt keinerlei Bestätigung.

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