07:59 20 Oktober 2018
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    Tage des Zorns: Protestwelle schwappt nach Libyen – „Wedomosti“

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    Protestaktionen gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi in Libyen (403)
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    Die Welle der Proteste in Nordafrika und dem Nahen Osten hat jetzt auch Libyen erreicht, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Die Welle der Proteste in Nordafrika und dem Nahen Osten hat jetzt auch Libyen erreicht, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Nach den Massenunruhen in Tunesien, Ägypten, Algerien, Jemen, Bahrain und dem Iran gingen 2000 Oppositionelle in der Nacht zum Mittwoch in der zweitgrößten libyschen Stadt Bengasi auf die Straße, um den Rücktritt von Regierungschef Baghdadi al-Mahmudi zu fordern. AFP und BBC berichteten, dass der libysche Staatchef und Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi ebenfalls zum Rücktritt aufgefordert wurde.

    In den Nachrichten der staatlich gesteuerten Medien wurde nichts über die Protestaktionen berichtet. Stattdessen wurden Kundgebungen von Gaddafi-Anhängern in einigen Städten gezeigt.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP begannen die Proteste in Bengasi nach der Festnahme des Rechtsanwalts Fethi Tarbel. Er unterstützte Familien, deren Verwandte 1996 im Gefängnis Abu Salim in Tripolis von Wächtern erschossen wurden. Die Demonstration verlief unter dem Motto „Das Volk wird die Korruption beenden“. Bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Regierungsgegnern wurden 38 Menschen verletzt. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein.

    Die Opposition hat für heute den „Tag des Zorns“ angekündigt. Die Protestaktion wurde auf Facebook angekündigt, mehr als 8000 Internetuser unterstützten den Aufruf. Die EU rief Gaddafi dazu auf, Meinungsfreiheit zuzulassen und auf Gewalt zu verzichten.

    Dem russischen Afrika-Experten Alexander Tkatschenko zufolge haben sich die Libyer mittlerweile daran gewöhnt, ihre Wut nicht auf den seit 1969 regierenden Gaddafi auszulassen.
     
    In Gaddafis Amtszeit gab es bereits mehrere Protestwellen. Zudem habe Gaddafi den Behörden häufig selbst Korruption und Egoismus vorgeworfen. Deswegen könne sich die Situation in viele Richtungen entwickeln, beispielsweise in die Bildung einer neuen Regierung, so Tkatschenko.

    Um Libyens Wirtschaft ist es nicht schlecht bestellt. Zudem verfüge das Land über Gold- und Devisenreserve in Höhe von etwa 100 Milliarden US-Dollar. Das nordafrikanische Land müsse sich jedoch weiterentwickeln und die Wirtschaft diversifizieren, sagte Tkatschenko.



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