15:10 19 Juli 2018
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    Virtuelles Zündeln: USA twittern jetzt auch auf Russisch und Chinesisch – „Nesawissimaja Gaseta"

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    Das US-Außenministerium will demnächst Twitter-Nachrichten auf Russisch, Chinesisch und Hindi veröffentlichen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Das US-Außenministerium will demnächst Twitter-Nachrichten auf Russisch, Chinesisch und Hindi veröffentlichen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Das kündigte Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag bei einem Treffen mit den Studenten der George Washington University an. Das State Department nutzt den Kurznachrichtendienst bereits für Meldungen in französischer, spanischer, arabischer und persischer Sprache.

    Die USA wollen mithilfe des Internets die Freiheitsbewegungen in der ganzen Welt unterstützen. Als Beispiel führte Clinton die jüngsten Ereignisse in Ägypten an, wo die Protestierer ihre Aktivitäten mithilfe der sozialen Netzwerke koordiniert hatten. Die Behörden blockierten für mehrere Tage Dienste wie Twitter und Facebook, mussten dann aber dem Druck der Volksmassen nachgeben.

    Diese Erfahrungen sollen sich auch in Russland bezahlt machen. Clinton zufolge werden US-Diplomaten direkt mit russischen Menschenrechtlern kommunizieren und sich auf dem Laufenden halten, ob sie Hilfe brauchen. Im Notfall will Washington eingreifen und die Pressefreiheit verteidigen.

    An den Internetaktivitäten sollen sich die Mitarbeiter der US-Botschaften in Russland und anderen Ländern beteiligen. Zu diesem Zweck wird in Washington eine Sonderabteilung gebildet, an deren Spitze Christopher Painter, früher zuständig für die Internetsicherheit im US-Sicherheitsrat, stehen wird.

    Im Grunde entspricht das von Clinton angekündigte Programm den Appellen einiger Republikaner. Ex-Präsidentschaftskandidat, Senator John McCain, hatte vor kurzem den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin gewarnt, dass in Russland ähnliche Wandlungen wie in Ägypten möglich wären.

    Der russische USA-Experte Viktor Kremenjuk betrachtet Clintons Initiative sehr skeptisch. „Dadurch könnten vielleicht junge Menschen beeinflusst werden, die das Internet aktiv nutzen. Dieses Programm beweist Amerikas wahre Einstellung zu Russland“, betonte er. Zugleich verwies der Experte darauf hin, dass in den USA eine Kampagne gegen Russland wegen des zweiten Urteils für den früheren Yukos-Chef Michail Chodorkowski gestartet wurde.

    US-Präsident Barack Obama wolle seine Neustart-Politik und die partnerschaftlichen Beziehungen zu Russland fortsetzen, müsse sich aber mit diesen Programmen absichern, um seinen Gegnern zu widerstehen, ergänzte Kremenjuk.

    Es ist unwahrscheinlich, dass Hillary Clinton die russische oder indische Regierung für autokratische Regimes hält. In den beiden Ländern wird das Internet nicht zensiert. In China wurde dagegen der Begriff „Ägypten“ während der Unruhen in den Suchmaschinen geblockt. Möglicherweise hatte man in Peking Angst, auch vom „arabischen Sturm“ erfasst zu werden.

    Washington fordert Peking im Grunde zu einem Kampf im Internet auf. Nach Angaben des US-Senders FoxNews wurden in Amerika bereits Technologien entwickelt, mit deren Hilfe die chinesische Internet-Zensur erfolgreich umgangen werden kann.

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