06:14 21 Juli 2018
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    Anti-Gaddafi-Demo in Libyen fordert mindestens vier Todesopfer

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    Protestaktionen gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi in Libyen (403)
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    Mindestens vier Oppositionsanhänger sind am Mittwoch bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Gaddafi-Gegnern und Angehörigen der libyschen Sicherheitskräfte in der Stadt El Baida im Nordosten Libyens getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt worden, berichtet AFP.

    Mindestens vier Oppositionsanhänger sind am Mittwoch bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Gaddafi-Gegnern und Angehörigen der libyschen Sicherheitskräfte in der Stadt El Baida im Nordosten Libyens getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt worden, berichtet AFP.

    „Polizisten und Angehörige der Revolutionskomitees jagten unter Einsatz scharfer Munition eine friedliche Demonstration von Jugendlichen in El Baida auseinander“, berichtet die Menschenrechtsorganisation Libya Watch mit Sitz in London. Eine andere Menschenrechtsorganisation - Human Right Solidarity mit Sitz in Genf - berichtet, dass in der Stadt Scharfschützen von Hausdächern aus insgesamt 13 Demonstranten getötet und Dutzende Menschen verletzt haben.

    Am Mittwoch hatten die libyschen Sicherheitskräfte in Bengasi, der zweitgrößten Stadt des Landes, hunderte Demonstranten auseinander getrieben, die gegen das Gaddafi-Regime protestierten. Laut Angaben libyscher Medien wurden bei der Protestkundgebung 14 Menschen verletzt. Kurz darauf seien in Bengasi sowie in der Hauptstadt Tripolis und Gaddafis Heimatstadt Sirt Pro-Gaddafi-Märsche abgehalten worden.

    Die Proteste in Libyen, einem der weltgrößten Erdölexporteure, sind ein Kettenglied in einer Reihe von Massenprotesten gegen Regierungen im Nahen Osten. Am Freitag war Präsident Hosni Mubarak nach 30 Jahren an der Macht unter dem Druck der Massenunruhen in Ägypten zurückgetreten und hatte die Macht an die Armee des Landes übergeben. Zu Zusammenstößen zwischen Befürwortern von demokratischen Reformen und der Polizei war es auch in Algerien, Jemen und Bahrain gekommen.

    Die libysche Opposition hatte für heute auf Facebook einen „Tag des Zorns“ angekündigt und rief Regierungsgegner auf, sich in allen Städten des Landes zu Kundgebungen zu versammeln. Der Aufruf hatte bis Mittwoch in dem sozialen Netzwerk mehr als 9500 Unterstützer gefunden.

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