15:53 18 Dezember 2017
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    „Hinter mir stehen Millionen“: Gaddafi lehnt Rücktritt ab und droht Gegnern mit Gewalt

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    Protestaktionen gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi in Libyen (403)
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    Nach tagelangen gewaltsamen Protesten in Libyen hat der langjährige Machthaber Muammar al-Gaddafi am Dienstag den von Demonstranten geforderten Rücktritt abgelehnt und seinen Gegnern mit einer „heiligen Offensive“ gedroht, um das Land von den Protestierenden und Anstiftern zu „säubern“.

    Nach tagelangen gewaltsamen Protesten in Libyen hat der langjährige Machthaber Muammar al-Gaddafi am Dienstag den von Demonstranten geforderten Rücktritt abgelehnt und seinen Gegnern mit einer „heiligen Offensive“ gedroht, um das Land von den Protestierenden und Anstiftern zu „säubern“.

    "Hinter mir stehen Millionen. Wir werden ganz Libyen Haus um Haus säubern, wenn sie sich nicht ergeben sollten“, sagte al-Gaddafi am Dienstag in einer Ansprache an die Nation, die er sichtlich erregt vor seiner halb zerstörten Residenz in Tripolis hielt.

    Er sei kein Präsident, sondern der Revolutionsführer und würde lieber als Märtyrer sterben als freiwillig abtreten, sagte der 68-Jährige, der seit 42. Jahren in Libyen herrscht.

    Die gewaltsamen Proteste der vergangenen Tage bezeichnete er als „bewaffnete Rebellion“. „Und die Rebellionen werden weltweit mit Gewalt niedergeschlagen", sagte al-Gaddafi. Hinter den Unruhen stecken ihm zufolge kleine Gruppen von unter Drogen stehenden Jugendlichen, die angeblich die Polizeiwachen attackieren und Waffen stehlen.

    Der ganz in Braun gekleidete Oberst forderte die Demonstranten auf, die Waffen zu strecken und zum normalen Leben zurückzukehren. Auch rief er auf, Bürgerwehren aufzustellen, um die Errungenschaften der libyschen Revolution von 1969 zu schützen.

    Seit Beginn der Unruhen tritt Gaddafi zum zweiten Mal öffentlich auf. Bei dem ersten kurzen TV-Auftritt sagte der Machthaber in der Nacht zum Dienstag: "Ich bin in Tripolis und nicht in Venezuela".

    Die Proteste in Libyen gegen Gaddafi dauern seit dem 15. Februar an. Am Montagabend hatte die Luftwaffe in Tripolis und anderen Städten nach Augenzeugenberichten die Demonstranten bombardiert.

    Nach Angaben der Opposition und von Menscherrechtlern sind bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen noch vor den jüngsten Bombardements bis zu 500 Menschen getötet und rund 4000 weitere verletzt worden. Die Behörden streiten den Einsatz der Luftwaffe und das Massensterben von Menschen ab.

     

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