03:22 19 Januar 2019
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    Muammar Gaddafi

    Libyen: Innenminister rebelliert gegen Gaddafi

    © RIA Novosti . Aleksei Druzhinin
    Politik
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    Protestaktionen gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi in Libyen (403)
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    Der libysche Innenminister Abdel Fattah Junes al Abidi hat sich Medien zufolge von Muammar Gaddafi losgesagt und die Armee aufgerufen, sich den Aufständischen anzuschließen.

    Der libysche Innenminister Abdel Fattah Junes al Abidi hat sich Medien zufolge von Muammar Gaddafi losgesagt und die Armee aufgerufen, sich den Aufständischen anzuschließen.

    In einem am Dienstag verbreiteten Video unterstützte der Minister die "Revolution des 17. Februar", wie die Agentur Reuters unter Verweis auf den arabischen Fernsehsender Al Jazeera meldete. Er appellierte an die Streitkräfte, die legitimen Forderungen des Volkes zu unterstützen.

    Nach den blutigen Zusammenstößen der letzten Tage in Libyen haben sich bereits mehrere Botschafter des Landes im Ausland von dem langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi losgesagt. Der Justizminister reichte seinen Rücktritt ein. Eine Gruppe von Armeeoffizieren rief die Soldaten auf, sich auf die Seite des Volks zu wechseln. Zwei Militärpiloten landeten ihre Kampfflugzeuge auf der Mittelmeerinsel Malta und beantragten dort Asyl.

    Fotostrecke: Proteste gegen Gaddafi-Regime >>

    Nach tagelangen gewaltsamen Protesten in Libyen lehnte Gaddafi am Dienstagabend in einer TV-Ansprache den von Demonstranten geforderten Rücktritt ab und drohte, das Land von den Protestierenden und Anstiftern gewaltsam zu „säubern“. Er sei kein Präsident, sondern der Revolutionsführer und würde lieber als Märtyrer sterben als freiwillig abtreten, sagte der 68-Jährige, der seit 42. Jahren in den nordafrikanischen Land herrscht.

    Die Proteste in Libyen gegen Gaddafi dauern seit dem 15. Februar an. Am Montagabend hatte die Luftwaffe in Tripolis und anderen Städten nach Augenzeugenberichten die Demonstranten bombardiert.

    Nach Angaben der Opposition und von Menschenrechtsorganisationen sind bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen noch vor den jüngsten Bombardements bis zu 500 Menschen getötet und rund 4000 weitere verletzt worden. Die Behörden streiten den Einsatz der Luftwaffe und die Opferzahlen ab.

    Video: Gaddafi meldet sich mit weißem Regenschirm zu Wort >>

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