04:31 16 Dezember 2017
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    Russischer Politologe sieht für Nahost-Perspektiven nach neuesten Tumulten schwarz

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    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
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    Als äußerst negativ bewertet der namhafte Moskauer Politologe Sergej Karaganow die Perspektiven der Entwicklung im Nahen Osten nach den neuesten Umwälzungen bzw. Umsturzversuchen in mehreren Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas.

    Als äußerst negativ bewertet der namhafte Moskauer Politologe Sergej Karaganow die Perspektiven der Entwicklung im Nahen Osten nach den neuesten Umwälzungen bzw. Umsturzversuchen in mehreren Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas.

    „Um den Persischen Golf herum hat ein Sicherheitsvakuum geherrscht, heute spitzt sich aber die Situation im Nahen Osten radikal zu“, sagte Karaganow am Dienstag bei der Präsentation eines Berichts russischer Experten des Internationalen Diskussionsklubs Valdai unter dem Titel „Beziehungen zwischen Russland und den USA nach dem ‚Reset’: Auf dem Weg zu einer neuen Agenda. Ein Blick aus Russland.“

    „Ich sehe keine Anzeichen dafür, dass sich die Situation verbessert. Man muss sich auf eine noch stärkere Zuspitzung auf einem noch größeren Territorium gefasst machen“, so Karaganow, Dekan der Fakultät für Weltwirtschaft und Weltpolitik der renommierten Moskauer „Wirtschaftshochschule“ und Vorstandsvorsitzender des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik Russlands.

    Zugleich betonte er, dass die Stimmenthaltung Russlands bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution des UN-Sicherheitsrates „voll und ganz gerechtfertigt war“. „Wir hatten die Variante, die Abstimmung zu blockieren – ein Schritt, von dem selbst China abgesehen hat“, so der Experte. „Dies hätte eine Verschlechterung von Beziehungen mit den Europäern und eine Unterstützung für Muammar al-Gaddafi bedeutet. Die zweite Variante wäre, die Operation zu unterstützen und deren Teilnehmer zu werden. Russland hat die dritte Variante gewählt: Wir haben unsere Freunde unterstützt, die sich in einer schwierigen Lage befinden.“

    Der 2004 von der Nachrichtenagentur RIA Novosti und dem Rat für Außen- und Verteidigungspolitik gemeinsam mit den Zeitschriften „Russia Profile“ und „Russland in der globalen Politik“ sowie der Zeitung „The Moscow News“ gegründete Diskussionsklub Valdai verdankt seinen Namen dem Ort seines ersten Treffens. Ziel des Klubs besteht in der Festigung und Entwicklung eines Dialogs zwischen russischen und ausländischen Wissenschaftern, Politikern und Journalisten sowie in unabhängigen, objektiven und wissenschaftlichen Analysen von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Prozessen in Russland und der Welt. In den vergangenen sieben Jahren beteiligten sich mehr als 400 Experten aus 35 Ländern an den Aktivitäten des Klubs. 

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    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)