07:25 25 September 2016
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Putin kritisiert massives Vorgehen gegen Libyen

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Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (984)
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Der russische Premier Wladimir Putin hat der Völkergemeinschaft vorgeworfen, gegen Libyen massiv vorzugehen und dessen Infrastruktur zu zerstören.

Der russische Premier Wladimir Putin hat der Völkergemeinschaft vorgeworfen, gegen Libyen massiv vorzugehen und dessen Infrastruktur zu zerstören.

„Wir müssen im Rahmen des Völkerrechts, verantwortungsbewusst und in Sorge um die Zivilbevölkerung handeln. Wenn aber die so genannte zivilisierte Gemeinschaft mit aller Wucht ein kleineres Land angreift und dessen Infrastruktur, die von mehreren Generationen geschaffen wurde, vernichtet, ist das gut oder schlecht? Mir gefällt das jedenfalls nicht“, sagte Putin am Dienstag in Kopenhagen nach Verhandlungen mit dem dänischen Ministerpräsidenten Lars Lökke Rasmussen.

Putin äußerte sein Befremden darüber, dass die Koalitionskräfte unter Nato-Führung nach der Verhängung des Flugverbotes über Libyen durch den UN-Sicherheitsrat gegen dieses Land Angriffe fliegen. Laut Putin könnten diese Angriffe statt Gadaffis, der längst geflüchtet sei und sich in einem Luftschutzbunker verborgen halte, Zivilisten treffen.

Mitte Februar war es in Libyen zu Massenprotesten gekommen, deren Teilnehmer den Rücktritt des Revolutionsführers Muammar Gaddafi forderten. Die Demonstrationen gipfelten in einer bewaffneten Konfrontation mit den Regierungskräften.

Der Beschluss des UN-Sicherheitsrates vom 17. März über die Einführung einer Flugverbotszone über Libyen gab faktisch grünes Licht für eine ausländische Einmischung in diesem nordafrikanischen Land. Das Ziel des von der Nato geführten Militäreinsatzes in Libyen soll es sein, das Waffenembargo gegen das Gaddafi-Regime, das Flugverbot und den Schutz der Zivilbevölkerung abzusichern.

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