09:05 12 Dezember 2018
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    Serbiens Innenminister: Teilung des Kosovo einzig realistische Lösung

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    Kosovo-Unabhängigkeit (220)
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    Im Kosovo-Streit hat sich überraschend ein hohes Regierungsmitglied in Belgrad für eine Aufteilung der Region zwischen den Albanern und den Serben ausgesprochen. Laut Serbiens Innenminister Ivica Dacic wäre dies die einzig denkbare Lösung.

    Im Kosovo-Streit hat sich überraschend ein hohes Regierungsmitglied in Belgrad für eine Aufteilung der Region zwischen den Albanern und den Serben ausgesprochen. Laut Serbiens Innenminister Ivica Dacic wäre dies die einzig denkbare Lösung.

    „Ich denke, die einzig realistische Lösung wäre es, die Serben in Serbien zu lassen und den albanischen Teil abzutrennen“, sagte Dacic in einem Interview für die albanisch-kosovarische Zeitung „Zeri“. Andere Varianten wären reiner Zeitverlust. „So ist meine Meinung, auch wenn sie weder Belgrad noch Pristina gefällt. Ich bin Realist und sehe keine andere Lösung.“

    Die südserbische Provinz Kosovo hatte 2008 mit Rückendeckung der USA und führender EU-Staaten einseitig seine Unabhängigkeit erklärt und wurde bislang von 75 der insgesamt 192 UN-Nationen anerkannt. Seit dem Krieg 1999 steht die Region unter UN-Verwaltungshoheit, obwohl sie formell - laut UN-Resolution 1244 - zu Serbien gehört. Zudem überwacht eine Mission der Europäischen Union (EULEX) die politische Entwicklung in der Region. Diese internationale Aufsicht ist nötig, weil die Lage im Kosovo unruhig und von ethnischen Spannungen geprägt ist und Gerichte und andere Behörden daher nicht reibungslos arbeiten können.

    Serbien will den Verlust des Kosovo, das rund 15 Prozent seines Territoriums ausmacht, nicht akzeptieren. Für die Kosovo-Albaner kommt eine Rückkehr unter die Kontrolle Belgrads nicht in Frage. Experten schlagen seit langem eine Aufteilung der umstrittenen Region vor. Sowohl die Offiziellen in Serbien als auch die Politiker im Kosovo haben dies bis jetzt jedoch strikt abgelehnt.

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