00:47 26 Februar 2018
SNA Radio
    Politik

    Gewalt im Nahen Osten: Droht Israel neue Intifada? - "Nowyje Iswestija"

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Im Nahen Osten eskaliert die Gewalt wieder, stellt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag fest.

    Im Nahen Osten eskaliert die Gewalt wieder, stellt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag fest.

    Israel beklagt sich im UN-Sicherheitsrat über die jüngsten Aktionen Syriens und Libanons. Seine Nachbarn sprechen ihrerseits von „krimineller Tätigkeit Israels“. Israelische Journalisten befürchten, dass die Unruhen Ende vergangener Woche der Beginn einer neuen Intifada gegen Israel war.

    Die Massenunruhen vom 15. Mai sind für Israel nichts Ungewöhnliches. An diesem Tag wurde 1948 der jüdische Staat gegründet. Die Palästinenser halten ihn dagegen für den Tag der Nakba (Katastrophe), an dem Sie einen Krieg gegen die Juden verloren haben. In den Palästinensergebieten finden am 15. Mai Protestaktionen statt, an dem die Juden, Amerikaner und alle „Untreuen“ beschimpft und israelische Soldaten mit Steinen beworfen werden. Diesmal haben nicht nur Palästinenser, sondern auch Syrier und Libanesen am Nakba-Tag teilgenommen, die auf den Golanhöhen die Grenze Israels durchbrachen. Bei der Aktion wurden zehn Araber von israelischen Grenzsoldaten erschossen.

    In Tel Aviv überfuhr ein in Israel lebender 22-jähriger Araber mit einem Lastwagen mehrere Menschen. Die Polizei sprach anschließend von einem Anschlag, weil der Amokfahrer in Verbindung mit einer Terrororganisation stehen soll. Laut der israelischen Zeitung „Maariw“ handelt es sich um die „dritte palästinensische Intifada“.

    In Israel  stoßen zudem die Nachrichten aus Ägypten auf Beunruhigung. In Kairo fanden am Montag anti-israelische Aktionen statt, auf denen zum Sturm der israelischen Grenze aufgerufen wurde. „Das ist alles mit Iran verbunden - das ist eine vorab geplante und koordinierte Aktion“, erklärte der israelische Minister Yossi Peled zu den Unruhen auf den Golanhöhen.

    Der heute im Ausland lebende Ex-Vizepräsident Syriens, Abdel Halim Chaddam ist dagegen der Meinung, dass die Unruhen von den syrischen Behörden organisiert worden seien, um das Volk und die Weltgemeinschaft von den Massenprotesten gegen Präsident Assad abzulenken. Egal wie, aber es ist bislang unklar, ob die Unruhen am Nakba-Tag nur eine Episode des ewigen israelisch-palästinensischen Konflikts sind oder eine neue Intifada auslösen.