07:08 19 Juni 2018
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    Libyen-Einsatz: Nato soll Angriffsziele ausweiten - "Nesawissimaja Gaseta"

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    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
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    Der Befehlshaber der britischen Streitkräfte, David Richards, hat die Nato aufgefordert, die Angriffe in Libyen auf Infrastrukturziele auszuweiten, um Machthaber Muammar Gaddafi zu stürzen, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Der Befehlshaber der britischen Streitkräfte, David Richards, hat die Nato aufgefordert, die Angriffe in Libyen auf Infrastrukturziele auszuweiten, um Machthaber Muammar Gaddafi zu stürzen, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Gaddafi sprach vor kurzem davon, dass die Nato-Truppen noch lange kämpfen müssten, um ihn zu ergreifen. General Richards reagierte darauf mit einem Interview im Nato-Kommandozentrum in Neapel. „Gaddafi wird weiter an der Macht bleiben, falls die Nato keine neuen Angriffsziele in die Liste aufnimmt.“

    Die Allianz weitet derweil ihre Unterstützung für die libyschen Rebellen aus. Derzeit werden erbitterte Kämpfe in den Bergregionen nahe der Grenze zu Tunesien und Algerien geführt.

    Bei einer Nato-Luftattacke auf Tripolis wurde Oberst Milad Hussein al-Fiqhi getötet, der häufig als Sprecher der Streitkräfte vor die Presse getreten war.

    Das libysche Fernsehen berichtete über neue Todesopfer unter Zivilisten.

    Laut westlichen Medienberichten haben die Nato-Kampfjets seit Beginn der Libyen-Operation im März mehr als 2500 Flüge unternommen. Am Libyen-Einsatz sind derzeit Großbritannien, Frankreich, die USA, Kanada, Belgien, Italien, Spanien, Dänemark und Norwegen beteiligt.

    Die "New York Times" führte kürzlich an, dass die Gaddafi-Truppen bereits zwischen 40 und 50 Prozent ihrer Angriffswaffen verloren haben. Der Seehafen in Tripolis sei geschlossen. Die Benzinnot werde immer größer, und Gaddafis Anhänger verlässt allmählich der Mut. Die Opposition soll hingegen aktiver werden.

    Experten warnen jedoch, dass Gaddafi und sein engster Kreis niemals aufgeben und bis zum letzten Bluttropfen kämpfen werden. Außerdem ist nicht ausgeschlossen, dass in der Opposition nach dem Rücktritt bzw. Tod Gaddafis Konflikte ausbrechen. Angesichts dessen hat sich Washington bislang geweigert, die libysche Interimsregierung anzuerkennen.

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