21:04 20 Juni 2018
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    UN-Mission im Sudan schließt ihre Büros in Nordsudan

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    Die UN-Mission im Sudan, kurz UNMIS, schließt laut dem Sudanesischen Informationszentrum auf Forderung des regierenden Nationalkongresses ihre zahlreichen Büros im Norden Sudans und zieht in den Süden des Landes um, wo ab Juli ein unabhängiger Staat entstehen soll.

    Die UN-Mission im Sudan, kurz UNMIS, schließt laut dem Sudanesischen Informationszentrum auf Forderung des regierenden Nationalkongresses ihre zahlreichen Büros im Norden Sudans und zieht in den Süden des Landes um, wo ab Juli ein unabhängiger Staat entstehen soll.

    Die Mission der Vereinten Nationen im Sudan unterstützt von Anfang an die Umsetzung des Umfassenden Friedensabkommens, das der Norden und der Süden des Landes nach der Beendigung des Bürgerkrieges 2005 geschlossen hatten. Ein Punkt dieses Abkommens sah ein Referendum über die Selbstbestimmung von Südsudan vor. Im Januar 2011 hat sich die Bevölkerung im Südsudan für die Bildung eines unabhängigen Staates ausgesprochen.

    Im April hat der UN-Sicherheitsrat beschlossen, das Mandat der UNMIS bis zum 9. Juli 2011 zu verlängern. An diesem Tag soll die Unabhängigkeit des Südsudan offiziell verkündet werden. 

    Die Behörden des Nordsudan haben laut diplomatischen Quellen die UN-Mission bereits vor fünf Monaten aufgefordert, nach dem Ablauf der Übergangsperiode den Norden des Landes zu verlassen. Khartoum hat sogar angedroht, die diplomatische Immunität der UNMIS-Mitarbeiter aufzuheben, wenn die UN-Mission versuchen sollte, die Umsetzung dieser Entscheidung hinauszuzögern.

    Ein Sprecher des sudanesischen Nationalkongresses teilte Journalisten mit, das Mandat der UNMIS sei abgelaufen.

    Laut dem Informationszentrum hat die UNMIS begonnen, ihr Eigentum aus all ihren Abteilungen im Norden - in Khartoum, Port Sudan, Kadugli, Ed-Damazin und El-Obayid - in den Süden zu bringen.

    Die Behörden des Südsudan sind der Auffassung, dass die Stationierung von UN-Friedenstruppen nötig sei, um neue Kampfhandlungen mit dem Nordsudan zu vermeiden, sobald statt eines einheitlichen Landes zwei unabhängige Staaten entstehen. Die Frage, wo die Grenze zwischen dem Nordsudan und dem Südsudan verlaufen soll, ist noch offen. Die Zugehörigkeit des ölreichen Distriktes Abyei bleibt auch umstritten.

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