19:15 23 Oktober 2017
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    Islamisches Rebranding in Kasachstan - „Moskowskije Nowosti"

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    Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hat sich umbenannt, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Mittwoch.

    Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hat sich umbenannt, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Mittwoch.

    Der neue Name lautet Organisation der Islamischen Kooperation. Das ist wohl das wichtigste Ergebnis des dreitägigen Treffens des OIC-Außenministerrats, das am Dienstag in Astana (Hauptstadt Kasachstans) begonnen hat.

    Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew, der in Astana den OIC-Vorsitz übernommen hat, forderte die Teilnahme eines OIC-Mitglieds am nächsten G8-Gipfel. Damit meinte er sich selbst.

    Kasachstan ist das erste unter den an der Islamischen Konferenz beteiligten GUS-Ländern (neben Aserbaidschan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan), dem der OIC-Vorsitz anvertraut wurde.

    Die Gipfeltreffen der Islamischen Konferenz finden normalerweise alle drei Jahre statt. Obwohl das vorerst letzte Treffen 2008 in Dakar (Senegal) stattfand, ist ein Gipfel in diesem Jahr nicht geplant. Deshalb nutzte Nasarbajew die Gelegenheit, eine Programmrede bei der jährlichen Diskussionsrunde der Chefdiplomaten der OIC-Staaten zu halten.

    Zum Auftakt verkündete Nasarbajew die Umbenennung der Organisation. Astana geht damit als Ort in die Geschichte ein, wo die Islamische Konferenz in eine Struktur umgewandelt wurde, die nicht nur den Einfluss der islamischen Gemeinschaft fördert, sondern auch die multilaterale Kooperation der 57 islamischen Länder mit einer Gesamtbevölkerung von 1,2 Milliarden Menschen ausbauen will. Der Generalsekretär der Organisation, Ekmeleddin Ihsanoglu, stellte in Astana fest, dass dies nicht nur eine Umbenennung der Organisation, sondern ein Beweis für ihre Erneuerung sei.

    Nasarbajew ließ sich nicht die Möglichkeit nehmen, zahlreiche Initiativen zur Lösung von vielen Fragen innerhalb der islamischen Gemeinschaft - von der Terrorbekämpfung und der Unterstützung Afghanistans bis zur Errichtung eines Innovationszentrums im Energiesektor. Der kasachische Präsident verkündete zudem Pläne, die EXPO 2017 nach Kasachstan zu holen. Besonders wichtig war aber sein Aufruf an die Teilnehmer des Treffens, „Möglichkeiten für die Beteiligung eines OIC-Vertreters am nächsten G20-Gipfel zu überdenken.“ Das könnte nach seinen Worten „die Repräsentativität der G20 fördern und den OIC-Ländern die Verteidigung ihrer Haltung zu den wichtigsten Themen auf der internationalen Agenda erleichtern.“

    Wie ein russischer Diplomat in einem Interview für "Moskowskije Nowosti" sagte, hatte 2010 ein ASEAN-Vertreter an einem G20-Gipfel teilgenommen. Auch in diesem Jahr sei Indonesien als aktuelles ASEAN-Vorsitzland zum G20-Gipfel eingeladen worden. Wenn das aber so sei, dann wäre die Beteiligung eines anderen Staates neben Indonesien, dem größten islamischen Land, unlogisch, so der Diplomat. Damit sei Nasarbajews Vorstoß der Beweis, dass er nur im eigenen Interesse handelt, als OIC-Vertreter zum G20-Treffen eingeladen zu werden, betonte er.

    Die Organisation der Islamischen Konferenz wurde 1969 für die Verteidigung der islamischen Interessen in der Welt gegründet, insbesondere für die Unterstützung der Palästinenser im Kampf gegen Israel.

    Der kasachische Politologe Marat Laumulin warnte, dass Kasachstans OIC-Vorsitz „politische Risiken“ mit sich bringe. Nach seinen Worten ist es „äußerst wichtig, dass Kasachstan nicht in die Konfrontation zwischen der islamischen Welt und deren geopolitischen Gegnern verwickelt wird.“ Die Mitgliedschaft an der Islamischen Konferenz sei aber sinnvoll, um Investitionen aus islamischen Ländern nach Kasachstan zu locken, räumte der Experte ein.

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