23:09 22 Oktober 2017
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    Visafreiheit mit EU: Russland hofft auf Beistand Polens

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    Das russische Außenamt rechnet mit einem Fortschritt bei der Abschaffung der Visapflicht im Reiseverkehr mit der Europäischen Union während der polnischen Vorsitzführung in dieser Organisation.

    Das russische Außenamt rechnet mit einem Fortschritt bei der Abschaffung der Visapflicht im Reiseverkehr mit der Europäischen Union während der polnischen Vorsitzführung in dieser Organisation.

    „Wir sind der Meinung, dass sich mit dem Vorsitz Polens in der Europäischen Union alle Möglichkeiten dafür eröffnen werden, das Dokument ‚Gemeinsame Schritte auf dem Weg zur Visafreiheit’ zu erstellen, über das Russland und Polen jetzt verhandeln“, sagte der Chef des Bereichs Gesamteuropäische Zusammenarbeit des russischen Außenministeriums, Wladimir Woronkow, am Mittwoch in Moskau im Rahmen der Videokonferenz „Russland - EU. Erwartungen an den Vorsitz Polens“.

    Polen übernimmt am kommenden Donnerstag den EU-Vorsitz für ein halbes Jahr.

    Laut Woronkow könnte Polen „seine Kollegen in der Europäischen Union dazu drängen, die Visapflicht mit Russland zu erleichtern“.

    „Mehrere Länder haben bereits am Jahresanfang mit der Ausstellung von Visa für russische Bürger für kurze und mehrfache Einreisen sowie für einen längeren Aufenthalt, ein Jahr und mehr, begonnen… Sollte sich Polen dieser Gruppe von Ländern anschleißen, die in diesem Bereich aktiv arbeiten, - etwa Griechenland, Finnland, Spanien und Frankreich - würde es damit zur Erleichterung der menschlichen Kontakte und der Kontakte zwischen den Bürgergesellschaften real beitragen“, äußerte Woronkow.

    Der Diplomat verwies auf ein „Fragment der polnisch-russischen Beziehungen“ im Bereich des visafreien Verkehrs. „Ich meine damit das Gebiet Kaliningrad (nordwestrussische Exklave). Wir und die polnische Seite haben uns längst darüber geeinigt, den Grenzverkehr zu erleichtern. Nun müssen wir gemeinsam die EU-Kommission dazu bringen, dass diese Ordnung sowohl das gesamte Gebiet Kaliningrad als auch ein entsprechendes Gebiet in Polen umfassen müsste.

    Falls das gelingen sollte, wird dies meiner Meinung nach einen großen Beitrag Polens als (EU-)Vorsitzender zur Entwicklung der Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union bedeuten“, so Woronkow.