03:59 17 Oktober 2017
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    Frankreichs Militär gesteht Waffenlieferungen an Libyens Rebellen ein

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    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
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    Als erstes Nato-Land hat Frankreich eingestanden, die Rebellen in Libyen mit Waffen versorgt zu haben.

    Als erstes Nato-Land hat Frankreich eingestanden, die Rebellen in Libyen mit Waffen versorgt zu haben.

    Die Waffen seien per Fallschirm im Nafusa-Gebirge südlich von Tripolis abgeworfen worden, teilte der Sprecher des französischen Generalstabsб Thierry Burkhardб am Mittwoch nach Angaben der Agentur AFP mit.

    Als die humanitäre Lage im Nafusa Anfang Juni verschlechtert habe, habe die französische Luftwaffe die Einwohner der Region mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Medikamenten aber auch mit Waffen per Fallschirm versorgt, so der Sprecher. Hauptsächlich seien Gewehre abgeworfen worden, damit sich die libyschen Zivilisten schützen könnten.

    Nach Angaben der Zeitung "Le Figaro" hat das französische Militär seit Anfang Mai insgesamt 40 Tonnen Rüstungen an die im Nafusa-Gebirge lebenden Berberstämme per Fallschirm geliefert, um diese zur Eröffnung einer südlichen Front gegen Muammar al-Gaddafi zu bewegen. Abgeworfen worden seien Panzerabwehrrohre, Maschinengewehre und Maschinenpistole und sogar "leichte Panzer".

    In Libyen liefern sich Gaddafi-Truppen seit Februar erbitterte Gefechte mit der Opposition, die den Rücktritt des langjährigen Herrschers fordert. Die Rebellen werden von westlichen Staaten militärisch unterstützt und kontrollieren viele Gebiete in Ostlibyen.

    Der UN-Sicherheitsrat öffnete am 17. März mit der Resolution 1973 Tür und Tor für ein internationales Eingreifen, um die Zivilbevölkerung in Libyen zu schützen und Waffenimporte für Gaddafi unmöglich zu machen. Seitdem bombardiert die Nato vom Gaddafi-Regime kontrollierte Militäranlagen und Städte in dem nordafrikanischen Land. Diese UN-Resolution macht zudem ein Verfahren gegen Gaddafi vor dem Internationalen Strafgerichtshof möglich.

    Am Montag erließ der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag Haftbefehle gegen Gaddafi, dessen Sohn Saif al-Islam (39) und Geheimdienstchef Abdullah Senussi. Der IStGH folgte der Staatsanwaltschaft, die den drei Männern Morde an unbewaffneten Zivilisten und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorwirft. Gaddafis Außenminister Khaled Kaim gab zu verstehen, dass Tripolis die Jurisdiktion des Internationalen Strafgerichtshofs und dessen Entscheidungen nicht anerkenne.

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