02:27 23 Oktober 2017
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    Serbien legt OSZE Resolutionsentwurf gegen Menschen- und Organhandel vor

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    Serbien hat der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa einen Resolutionsentwurf vorgelegt, in dem es die OSZE auffordert, dringend Verbrechen im Kosovo, die mit Organhandel in Zusammenhang stehen, zu untersuchen.

    Serbien hat der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa einen Resolutionsentwurf vorgelegt, in dem es die OSZE auffordert, dringend Verbrechen im Kosovo, die mit Organhandel in Zusammenhang stehen, zu untersuchen.

    „Diese Resolution soll unsere Länder zu einer engeren Zusammenarbeit bewegen, die eine strafrechtliche Verfolgung der Kriminellen ermöglicht, die sich an diesem furchtbaren Verbrechen bereichern“, zitiert der Parlamentspressedienst die Worte der Leiterin der serbischen Delegation in der Parlamentarischen Versammlung der OSZE.

    Der serbischen Politikerin zufolge stellt der Menschenhandel als solcher eines der furchtbarsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar, und der Organhandel sei die radikalste Form dieser Art von Kriminalität.

    Der Resolutionsentwurf der Parlamentarischen Versammlung der OSZE ist nicht nur dem Thema Menschen- und Organhandel im Kontext von Verbrechen im Kosovo gewidmet, sondern soll im Allgemeinen die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen das organisierte Verbrechen in Bezug auf den Organhandel festigen.

    Am 17. Dezember 2010 hatte der Sonderberichterstatter der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE) Dick Marty Information über Fälle von „schwarzer Transplantologie“ im Kosovo veröffentlicht. Dick Marty berichtete damals zum ersten Mal darüber, dass die jetzige Führung im Kosovo, darunter der kosovarische Ministerpräsident Hashim Thaci, mit der albanischen Mafia-Gruppierung verbunden gewesen sei, die mit Waffen, Organen und Menschen gehandelt sowie Auftragsmorde verübt haben soll.

    Der PACE-Berichterstatter hatte jedoch die Zahl der Verletzten und Getöteten nicht nennen können - und auch nicht angeben, an welche Länder Organe geliefert worden seien.

    Serbien und Kosovo-Vertreter sowie viele andere Staaten sprachen sich für eine allseitige Untersuchung des Falls aus. Im Juni bildete die Justiz-Mission der Europäischen Union im Kosovo (EULEX) eine Arbeitsgruppe, die die im Bericht von Dick Marty enthaltenen Tatsachen untersuchen soll. Einige Experten behaupten jedoch, die EU-Rechtsstaatskommission im Kosovo sei nicht in der Lage, eine vollwertige Untersuchung zu gewährleisten.

    Den serbischen Resolutionsentwurf haben bisher 41 Abgeordnete aus 17 Ländern unterstützt. Die Abstimmung über dieses Dokument soll bei der nächsten, für den 6. bis 10. Juli geplanten, Parlamentssitzung der OSZE in Belgrad stattfinden.