20:54 17 Oktober 2017
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    Europäischer Raketenschild: Russland fühlt sich von Nato übergangen

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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Die Nichtbeachtung der Interessen Russlands in der Frage der Schaffung eines europäischen Raketenabwehrsystems kann nach Ansicht von Alexander Lukaschewitsch, dem offiziellen Sprecher des russischen Außenamtes, den Beziehungen zwischen Russland und der Nato schaden.

    Die Nichtbeachtung der Interessen Russlands in der Frage der Schaffung eines europäischen Raketenabwehrsystems kann nach Ansicht von Alexander Lukaschewitsch, dem offiziellen Sprecher des russischen Außenamtes, den Beziehungen zwischen Russland und der Nato schaden.

    „Dieses Projekt soll zu einem Instrument der Festigung der Sicherheit von ausnahmslos allen Mitgliedsländern des Russland-Nato-Rates werden. Es soll zur Aufrechterhaltung der strategischen Stabilität beitragen und diese nicht schwächen“, sagte Lukaschewitsch in einem Interview mit RIA Novosti. „Die Weigerung, die Interessen Russlands in einer prinzipiellen Frage wie der strategischen Stabilität zu berücksichtigen, kann den Beziehungen zwischen Russland und der Allianz ernsthaft schaden.“

    Das Weiterbestehen der „Unklarheiten im Bereich der militärischen Sicherheit und in Bezug auf die Pläne und Folgen einer Entfaltung des europäischen Raketenabwehrsystems würde die Instabilität in Europa verstärken“, so der Diplomat. Außerdem „steckt darin die Gefahr eines neuen Wettrüstens, das Ressourcen an sich ziehen würde, die für die Überwindung der Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise notwendig sind“.

    Der Raketenschild für Europa könnte zugleich zu einem realen Schritt auf dem Weg zur Schaffung eines einheitlichen Raums von Frieden, Sicherheit und Stabilität in der euroatlantischen Region werden und neue Horizonte im Zusammenwirken zwischen Russland und der Nato eröffnen. Eine Kopplung der Potentiale würde „unsere Fähigkeit wesentlich erhöhen, den gemeinsamen Herausforderungen, die mit der Verbreitung der ballistischen Raketen verbunden sind, gemeinsam Widerstand zu leisten“.

    „Die Entwicklung der Konzeption und der Architektur des europäischen Raketenschilds muss auf gleichberechtigter Grundlage erfolgen und adäquate Maßnahmen zur Festigung des Vertrauens und der Transparenz auf dem Gebiet der Raketenabwehr vorsehen“, sagte Lukaschewitsch.

    Die Zusammenarbeit Russlands und der Nato bei der Herstellung eines europäischen Raketenabwehrsystems war bei der Tagung des Russland-Nato-Rates auf höchster Ebene im November 2010 in Lissabon vereinbart worden. 

    Am 9. Juni erklärte der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow nach einer Sitzung des Russland-Nato-Rates auf der Ebene der Verteidigungsamtschefs, die Meinungsdifferenzen zwischen Russland und der Allianz über den europäischen Raketenschild hätten prinzipiellen Charakter. Die Nato berücksichtige nicht die Bedenken der russischen Seite, hieß es.

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