20:39 17 Oktober 2017
SNA Radio
    Politik

    Nato antwortet mit Bomben auf Gaddafis Drohungen - MEHR

    Politik
    Zum Kurzlink
    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
    0 401

    Wenige Stunden nach Muammar al-Gaddafis Kriegsdrohungen an Europa hat die Nato massive Angriffe auf die Residenz des libyschen Machthabers in Tripolis geflogen.

    Wenige Stunden nach Muammar al-Gaddafis Kriegsdrohungen an Europa hat die Nato massive Angriffe auf die Residenz des libyschen Machthabers in Tripolis geflogen. 

    Drei Explosionen erschütterten am Freitagabend das Regierungsviertel Bab al-Azizia in der libyschen Hauptstadt, wie Reuters meldete. Augenzeugen berichteten von schwarzen Rauchsäulen über der Residenz des libyschen Staatschefs.  

    Zwei Stunden vor dem Angriff hatte in Tripolis eine der größten Kundgebungen der Gaddafi-Anhänger stattgefunden. Gaddafi drohte in einer Auto-Botschaft an Tausende seiner Anhänger damit, den Krieg nach Europa zu tragen, sollte die Nato ihre Angriffe nicht einstellen. „Wie die Heuschrecken" würden die Libyer über Europa herfallen und "eure Häuser, Büros, Familien" angreifen, drohte der libysche Revolutionsführer.

    Laut russischen Medienberichten hat Gaddafi ein Frauenbataillon aufstellen lassen. 

    Die Soldatinnen werden in einem Trainingslager in Beni Walid unweit von Tripolis ausgebildet.

    US-Außenministern Hillary Clinton sagte am Samstag, die Nato werde ihre Angriffe trotz Gaddafis Drohungen fortsetzen. Bei einem Treffen mit der spanischen Außenministerin Trinidad Jimenez am Samstag in Madrid forderte Clinton nach Angaben der Agentur AP den libyschen Herrscher wieder zum Rückzug von der Macht auf.

    Wie AP unter Berufung auf einen Sprecher der Westkoalition meldete, will die Nato nun verstärkt Ziele in Westlibyen angreifen, um die Kampfkraft der Gaddafi-Truppen in Großstädten und an wichtigen Verkehrsadern zu schwächen.

    In Libyen liefern sich Gaddafi-Truppen seit Februar erbitterte Gefechte mit der Opposition, die den Rücktritt des langjährigen Herrschers fordert. Die Rebellen werden von westlichen Staaten militärisch unterstützt und kontrollieren viele Gebiete in Ostlibyen.

    Der UN-Sicherheitsrat öffnete am 17. März mit der Resolution 1973 Tür und Tor für ein internationales Eingreifen, um die Zivilbevölkerung in Libyen zu schützen und Waffenimporte für Gaddafi unmöglich zu machen. Seitdem bombardiert die Nato vom Gaddafi-Regime kontrollierte Militäranlagen und Städte in dem nordafrikanischen Land. Ursprünglich wollte die Nato die Operation am 27. Juni beenden, hat den Einsatz jedoch um weitere drei Monate verlängert. Nach der russischen Einschätzung geht die Nato mit den Angriffen über den Rahmen der UN-Resolution hinaus.

    Nach libyschen Angaben kamen mindestens 700 Libyer – größtenteils Zivilisten – durch die Nato-Bomben ums Leben.

    Themen:
    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren