04:06 17 Oktober 2017
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    UN-Tribunal in den Haag: Mladic aus dem Gerichtssaal gewiesen

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    Zur Verhaftung von General Ratko Mladic in Serbien (34)
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    Der Ex-Oberbefehlshaber der Armee der bosnischen Serben Ratko Mladic hat sich zu keinem der Anklagepunkte schuldig bekannt - das ließ der Vorsitzende Richter des Kriegsverbrecher-Tribunals in Den Haag den Verfahrensregeln gemäß in Abwesenheit des Angeklagten in den Akten vermerken.

    Der Ex-Oberbefehlshaber der Armee der bosnischen Serben Ratko Mladic hat sich zu keinem der Anklagepunkte schuldig bekannt - das ließ der Vorsitzende Richter des Kriegsverbrecher-Tribunals in Den Haag den Verfahrensregeln gemäß in Abwesenheit des Angeklagten in den Akten vermerken.

    Kurz zuvor hatten die ständigen Unterbrechungen durch den Angeklagten den Vorsitzenden Richter Alphonse Orie aus den Niederlanden veranlasst, Ex-General Mladic aus dem Gerichtssaal zu verweisen.

    Der Richter trug die wichtigsten Anklagepunkte bereits in Abwesenheit von Mladic vor und kündigte nach jedem Punkt an, dass das Gericht im Namen von Mladic erklärt, der Angeklagte sei nicht schuldig.

    Die Gerichtsverhandlung wurde von den weltweit führenden Nachrichtensendern live übertragen.

    Ratko Mladic, der sich 15 Jahre vor der internationalen Justiz versteckt hatte, war am 26. Mai in Serbien festgenommen und am 31. Mai nach Den Haag überstellt worden. In den Jahren 1992 bis 1995 war Ratko Mladic Armeechef der bosnischen Serben im Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien legt Mladic ethnische Säuberungen in Bosnien-Herzegowina sowie Terror gegen die Zivilbevölkerung während der Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajevo zur Last.  Mladic wird auch der Geiselnahme von UN-Mitarbeitern sowie des Genozids an der muslimischen Bevölkerung der Stadt Srebrenica im Juli 1995 angeklagt. Der General, der seine Unschuld beteuert, erklärte, er halte das Haager Gericht für nicht legitim.

    Bei der vorherigen Gerichtsverhandlung am 3. Juni hatte das Gericht dem Gesuch des 69-jährigen Angeklagten stattgegeben, ihm zusätzlich weitere 30 Tage für die Akteneinsicht zu gewähren.

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