13:06 19 Oktober 2017
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    Russlands Verteidigungsministerium in Moskau

    Eklat an Russlands Armeespitze: Hohe Militärs reichen Rücktritt ein - "Nesawissimaja"

    © Sputnik/ Anton Denisow
    Politik
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    Mehrere ranghohe Militärs haben dem russischen Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow ihre Rücktrittsgesuche vorgelegt, berichtet die Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Mehrere ranghohe Militärs haben dem russischen Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow ihre Rücktrittsgesuche vorgelegt, berichtet die Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Es handelt sich dabei unter anderem um den Chef der operativen Hauptverwaltung und Vizegeneralstabschef Generalleutnant Andrej Tretjak, den Chef des Hauptstabes und ersten Vizechef der Landstreitkräfte Generalleutnant Sergej Skokow und um den Chef der Verwaltung radioelektronischer Kampf des Generalstabes Generalmajor Oleg Iwanow.

    Die Generäle selbst hüllen sich in Schweigen in Bezug auf die Gründe ihres Schrittes. In den Militärkreisen dominiert allerdings die Meinung, dass sie damit ihre Ablehnung der jetzigen Maßnahmen des Generalstabschefs Nikolai Makarow bei der Armeereform bekunden wollen.

    "In einigen Medien hieß es, an allen Problemen der Armee sei Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow schuld, dem ist aber nicht so", teilte ein ranghoher Offizier des Verteidigungsministeriums der Zeitung mit. "Im Amt des Verteidigungsministers hat Serdjukow gezeigt, dass er ein effektiver Manager ist, unter anderem was die Organisation der Versorgung der Truppen und deren Ausstattung mit neuen Waffen anbelangt. Über Makarow kann man das aber nicht sagen."

    Wie der Militär weiter ausführte, befinden sich die Streitkräfte unter Generalstabschef Makarow in irgendeinem provisorischen experimentellen Zustand, sie leben nach irgendwelchen Projekten und nicht bestätigten Direktiven, während die wichtigsten Dienstvorschriften seit mehr als zwei Jahren nur in Entwürfen existieren, weil sich der Generalstabschef nicht auf eine endgültige Variante festlegen kann. Keine endgültigen Entscheidungen gibt es laut der Zeitung auch in Bezug auf die Planstellenstrukturen in einzelnen Waffengattungen. "Der Zustand der Truppen und deren 'fantastische' Einsatzbereitschaft, von der der Generalstabschef so gerne redet, sind ebenfalls eine Fiktion, die zum Gegenstand eines speziellen Gesprächs werden sollte", betonte der Gesprächspartner der Zeitung.

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