03:24 21 Oktober 2017
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    Fall Magnitski: Tod in U-Haft wegen fehlender Behandlung - "Nowyje Iswestija"

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    Fall Magnitski - Tod in Untersuchungshaft (80)
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    Nach einem Gutachten der russischen Ermittelungsbehörden ist der Anwalt des Investmentfonds Hermitage Capital, Sergej Magnitski, in der Untersuchungshaft wegen unzureichender medizinischer Hilfe an den Folgen einer chronischen Erkrankung gestorben, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

    Nach einem Gutachten der russischen Ermittelungsbehörden ist der Anwalt des Investmentfonds Hermitage Capital, Sergej Magnitski, in der Untersuchungshaft wegen unzureichender medizinischer Hilfe an den Folgen einer chronischen Erkrankung gestorben, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

    Nach Angaben der Gutachter hätte Magnitski rechtzeitig behandelt werden müssen, infolgedessen starb er im November 2009 an Herzversagen.

    Kreml-Chef Dmitri Medwedew sollen heute die vorläufigen Ergebnisse der Ermittler vorgelegt werden. Dabei könnten Namen von Beamten genannt werden, die vermutlich in den Fall Magnitski verwickelt sind. Die Ermittlungen in diesem Fall beschäftigten Menschenrechtler im In- und Ausland.

    Obwohl die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen wurden, bereiten einige europäische Staaten Sanktionen gegen russische Beamte vor, die mit Magnitskis Tod etwas zu tun haben können. So stimmten gestern niederländische Abgeordnete für Sanktionen wie Einreiseverbot und Kontensperrung. Damit wurde eine entsprechende Initiative des Europäischen Parlaments und des US-Senats befürwortet.

    In Moskau hält man den Beschluss der niederländischen Parlamentarier für eine „konzertierte Aktion“. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses in der Staatsduma (Unterhaus), Konstantin Kossatschow, sagte, Russland sei „selbst daran interessiert, im Fall Magnitski zu ermitteln“. Er beteuerte jedoch, dass die russischen Abgeordneten keine Gegenmaßnahmen planen, obwohl ein entsprechender Gesetzentwurf „eingebracht und von den Vertretern aller vier Fraktionen in der Duma unterschrieben wurde.“

    Laut dem russischen Menschenrechtler Oleg Orlow bedeutet die Entscheidung der niederländischen Parlamentarier noch lange nicht, dass sie in Tat umgesetzt wird, weil die meisten Regierungen an den Gaslieferungen oder Wirtschaftsverträgen interessiert seien. Dass Russland im Gegenzug Beamte aus einem europäischen Land auf die „schwarze Liste“ setzt, hält er für ausgeschlossen. 

    Die Vorsitzende der Moskauer Helsinki-Gruppe, Ljudmila Alexejewa, bezeichnete Moskaus Reaktion als lächerlich: „Die Bankkonten der russischen Beamten in der Schweiz oder in Deutschland könnten gesperrt werden. Die russischen Behörden wollen die Bankkonten der Europäer in russischen Banken sperren.“ Menschenrechtlerin bezweifelte stark, dass Europäer ihr Geld in Russland anlegen.

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