13:06 19 Oktober 2017
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    China stellt keine Vorbedingungen zu Finanzhilfe für EU

    Investitionsoffensive: China hängt EU-Schuldner an den Tropf - „Nesawissimaja Gaseta“

    © RIA Novosti. Ilya Pitalew
    Politik
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    China will massiv Staatspapiere von finanziell angeschlagenen EU-Staaten aufkaufen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    China will massiv Staatspapiere von finanziell angeschlagenen EU-Staaten aufkaufen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Die Chinesen interessieren sich vor allem für Malta, Zypern und Griechenland. Auf diese Weise will Peking mehr Einfluss in der EU gewinnen, damit sie keine Kritik an Menschenrechtsverletzungen übt und einen Zugang der chinesischen Waren auf den europäischen Markt nicht einschränkt.

    Laut dem Europäischen Rat für Auslandsbeziehungen kauft sich China in Europa ein. Dabei kauft es auf betrügerische Weise die Schulden der EU-Staaten, investiert in strategische Bereiche und nutzt die durch die Finanzkrise verursachten politischen Krisen für sich aus.

    In einem Bericht des Europäischen Rats für Auslandsbeziehungen wird betont, dass die fehlende Geschlossenheit in der EU für Peking sehr vorteilhaft sei. Die Chinesen kaufen keine Eurobonds, sondern die Staatsanleihen einzelner EU-Länder.

    Mit diesem Vorgehen baut sich China eine Lobby aus kleineren EU-Mitgliedsstaaten auf, die auf Entscheidungsprozesse in der EU Einfluss nehmen können. 

    Wie der „Malta Independent“ schreibt, wurde Malta in dem Bericht zu den Staaten gezählt, die China bei der Blockierung von EU-Beschlüssen unterstutzen könnte, wenn es beispielsweise um die Einhaltung der Menschenrechte und die Tibet-Frage geht.

    Doch Malta ist nur einer der zwölf Staaten, die wegen kommerziellem Eigeninteresse keine politische Konfrontation mit China eingehen würden.

    Laut dem Bericht wird China bis 2020 eine Billion US-Dollar in die EU-Staaten investieren. Das genaue Ausmaß der chinesischen Invasion kann nicht ermittelt werden, weil 80 Prozent des chinesischen Kapitalflusses über Firmen in Hongkong und in Offshore-Gebieten wie die Virginia-Insel abgewickelt wird.

    Laut dem russischen Asien-Experten Andrej Karnejew nutzt China seine Devisen-Vorräte, um seine Absatzmärkte zu erweitern,  politische Vorteile zu bekommen und die Kritik in Sachen  Menschenrechte kleinzuhalten, so Karnejew.

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