19:07 23 Oktober 2017
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    Fall Magnitski: Gutachter vermuten Tod durch Hilfeverweigerung

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    Fall Magnitski - Tod in Untersuchungshaft (80)
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    Dem Anwalt des Investmentfonds Hermitage Capital Management Sergej Magnitski, der im November 2009 in der Untersuchungshaft starb, ist laut dem am Mittwoch veröffentlichen Gutachten des Menschenrechtsrates des russischen Präsidenten möglicherweise keine medizinische Hilfe erwiesen worden.

    Dem Anwalt des Investmentfonds Hermitage Capital Management Sergej Magnitski, der im November 2009 in der Untersuchungshaft starb, ist laut dem am Mittwoch veröffentlichen Gutachten des Menschenrechtsrates des russischen Präsidenten möglicherweise keine medizinische Hilfe erwiesen worden. 

    „Magnitski war kurz vor seinem Tod jegliche medizinische Hilfe verwehrt worden. Zudem gibt es Verdachtsgründe, dass der Tod von Magnitski durch Misshandlung provoziert worden sein könnte: Seine Angehörigen stellten bei ihm späterhin gebrochene Fingerknöchel und Blutergüsse am Körper fest. Außerdem liegt keine medizinische Beschreibung seiner letzten Lebensstunde vor“, heißt es in dem Bericht.

    Dem Dokument zufolge war Magnitski, der im Untersuchungsgefängnis „Matrosskaja Tischina“ ärztlich untersucht und operiert werden sollte, eine Woche vor der geplanten Behandlung in das Untersuchungsgefängnis „Butyrka“ verlegt worden. „Dies kann als eine vorsätzliche Verschlechterung der Haftbedingungen für Magnitski und als Verweigerung der medizinischen Hilfe gewertet werden“, heißt es.

    Zudem wurde die Bitte der Anwälte Magnitskis abgeschlagen, ihren Mandanten für eine Ultraschalluntersuchung wieder ins Gefängnis „Matrosskaja Tischina“ zurück zu bringen. Somit habe der Untersuchungsrichter Oleg Siltschenko gegen den Artikel 11 des Strafgesetzbuches Russlands über die Wahrung der Rechte der Tatverdächtigen und Angeklagten verstoßen, so das Gutachten.

    Wie der Pressedienst des russischen Innenministeriums am Mittwoch mitteilte, „liegen der Untersuchungsabteilung des Ministeriums keine offiziellen Dokumente vor, die die Mitverantwortung des Untersuchungsrichters Oleg Siltschenko und anderer Abteilungsmitarbeiter für den Tod von Sergej Magnitski beweisen könnten“.

    Sergej Magnitski, der im April 2008 als Angestellter bei Firestone Duncan in Moskau und Vertreter von Hermitage Capital einen riesigen Steuerbetrug aufgedeckt und gegen zwei Offiziere des russischen Innenministeriums ausgesagt hatte, war der Teilnahme an der Unterschlagung von 5,4 Milliarden Rubel (rund 134 Millionen Euro) Staatsmittel und der Hinterziehung von Unternehmenssteuern angeklagt worden.

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