19:16 23 Oktober 2017
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    Russlands Rüstungsprogramm wieder vermasselt? Medwedew fordert Klarheit

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    Nach der spektakulären Äußerung von Raketenkonstrukteur Juri Solomonow, der staatliche Rüstungsauftrag könne auch in diesem Jahr nicht erfüllt werden, hat Russlands Präsident Dmitri Medwedew Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow zur Rechenschaft zu sich bestellt.

    Nach der spektakulären Äußerung von Raketenkonstrukteur Juri Solomonow, der staatliche Rüstungsauftrag könne auch in diesem Jahr nicht erfüllt werden, hat Russlands Präsident Dmitri Medwedew Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow zur Rechenschaft zu sich bestellt.

    "Klären sie bitte die Situation“, forderte Medwedew. Wenn der Rüstungsauftrag nicht erfüllt sei, müssten die Schuldigen „ohne Ansehen der Person organisatorische Konsequenzen“ tragen.

    Wenn diese Information nicht stimme, müssten die Panikmacher bestraft werden, forderte Medwedew. "In Kriegszeiten wurden die Panikmacher erschossen“, erinnerte er. „Ihnen erlaube ich, zu entlassen." Serdjukow soll binnen drei Tagen einen entsprechenden Bericht vorlegen.

    Serdjukow gestand ein, dass viele Lieferverträge, die das Verteidigungsministerium in diesem Jahr mit Rüstungsherstellern schließen sollten, bislang nicht zustande gekommen seien. Grund dafür sei der rapide Preiszuwachs bei den Produzenten. Der Wert der ausstehenden Vertragsabschlüsse beträgt laut Serdjukow 108 Milliarden Rubel (2,6 Milliarden Euro) oder 18 Prozent des gesamten Rüstungsauftrages.

    Juri Solomonow, Generalkonstrukteur des Moskauer Instituts für Wärmetechnik und Entwickler der Interkontinentalraketen Jars und Bulawa, hatte in einem Interview für die Tageszeitung Kommersant bekannt gegeben, dass das staatliche Rüstungsprogramm in diesem Jahr untererfüllt werde, weil das Verteidigungsministerium Vertragsabschlüsse verzögere.

    Auch im vergangenen Jahr war Russlands staatlicher Rüstungsauftrag nicht erfüllt worden. Präsident Dmitri Medwedew ließ damals verantwortliche Amtsträger entlassen.

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