03:58 17 Oktober 2017
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    Litwinenko-Fall: Britischer Minister wirbelt Staub auf - „Moskowskije Nowosti“

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    Der Fall Litwinenko (147)
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    Der britische Europaminister David Lidington hat mit seinen Aussagen zum Litwinenko-Fall für viel Aufregung gesorgt, schreibt die Zeitung „Moskowskije Nowosti“ am Donnerstag.

    Der britische Europaminister David Lidington hat mit seinen Aussagen zum Litwinenko-Fall für viel Aufregung gesorgt, schreibt die Zeitung „Moskowskije Nowosti“ am Donnerstag.

    Nach dem Moskau-Besuch des britischen Ministers berichteten russische Medien, dass Großbritannien Visa-Erleichterungen an die Auslieferung des Hauptverdächtigen Andrej Lugowoi knüpfe.

    Die Sprecherin des britischen Außenministeriums, Katie Higginson, betonte jedoch, dass die Verhandlungen über die Visa-Vergabe fortgesetzt würden und Lidingtons Aussagen falsch zitiert worden seien.

    Im Wortlaut sagte Lidington bei seinen Gesprächen in der russischen Hauptstadt: „In Moskau und in London wird ein Dialog darüber geführt, wie die Visa-Vergabe erleichtert werden kann. Der Dialog dauert bis heute an. Ich möchte jedoch nicht sagen, dass wir die nach dem Litwinenko-Mord getroffenen Maßnahmen mildern werden.“

    Nach dem Tod des übergelaufenen FSB-Offiziers Alexander Litwinenko verschärfte Großbritannien den Ton gegenüber Russland. London fordert seit 2007 eine Auslieferung des Verdächtigen Lugowoj. Der ehemalige FSB-Agent soll britischen Staatsanwälten zufolge Litwinenko im November 2006 mit radioaktivem Polonium vergiftet haben. Litwinenko starb am 23. November.

    Die Briten vermuten, dass der russische Geheimdienst hinter der Ermordung des 2000 nach London geflohenen Kreml-Kritikers steckt. Lugowoi, heute Abgeordneter des russischen Parlaments, wehrt sich gegen die Anschuldigungen und behauptet, er kooperiere mit den britischen Ermittlern. 

    Laut Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, darf ein russischer Staatsbürger laut Verfassung ohne seinen Wunsch nicht ausgeliefert werden. Russlands Haltung bleibe in Bezug auf Lugowoi unverändert, so Kossatschow.

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