21:55 23 Juni 2018
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    Ratingagentur: Fitch droht russischen Staatskonzernen mit Herabstufung - „RBC daily“

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    Die internationale Ratingagentur Fitch will 60 russischen Staatsunternehmen wegen der von Präsident Dmitri Medwedew angekündigten Privatisierungswelle abwerten, schreibt die Zeitung „RBC daily“ am Freitag.

    Die internationale Ratingagentur Fitch will 60 russischen  Staatsunternehmen wegen der von Präsident Dmitri Medwedew angekündigten Privatisierungswelle abwerten, schreibt die Zeitung „RBC daily“ am Freitag.

    Fitch-Analysten zufolge hängt die mögliche Herabstufung der Ratings mit politischen Risiken zusammen.

    „Fitch zufolge wird die Umsetzung der Privatisierungspläne ein langer und aus politischer Sicht heikler Prozess sein“, betonten die Analysten.

    Der Kreml reagierte gelassen auf den angedrohten Daumensenker für die russischen Staatsfirmen. „Die Methoden der Ratingagenturen sind fehlerhaft. Ihre Standards müssen auf internationaler Ebene korrigiert werden“, sagte Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten, Arkadi Dworkowitsch. Das Vertrauen in Ratingagenturen sei bereits seit langem zerstört, so Dworkowitsch.

    Russland rufe die G20-Partner seit Jahren dazu auf, die Rolle der Agenturen bei der Bewertung der Wirtschaften neu zu definieren, so Dworkowitsch. Unangemessene Bewertungen der Agenturen haben viel zum Ausbruch der Krise beigetragen, so der Kreml-Berater.

    „Sehr viele Faktoren müssen zeitlich zusammenfallen, damit die Ratings der Staatsunternehmen herabgestuft werden können: das Unternehmen hat eine Minderheitsbeteiligung des Staates; es hat keine strategische Bedeutung; der Staat steckt in einer instabilen finanziellen Situation (die Staatschulden nähern sich also einem BIP von 60 Prozent an); ein großes Haushaltsdefizit, das nicht durch Reserven behoben werden ist. In Russland ist diese Situation in den kommenden Jahren kaum zu erwarten“, sagte Sergej Moissejew von Zentralbank Russlands.

    Analysten rechnen jedoch damit, dass die Ratings in der nächsten Zeit eher nicht herabgestuft werden. „Der Zeitpunkt für diese Ankündigung wurde sehr spezifisch gewählt. Meines Erachtens handelt es sich um ein Spiel, damit die Menschen kein Risiko eingehen und ihre Anlagen nicht verkaufen“, sagte Alexander Ossin von der Treuhandgesellschaft Finam Management.

    Anfang Mai wurde in die russische Regierung ein bis 2013 angelegter Privatisierungsplan eingereicht. Zu den privatisierenden Unternehmen gehören die Russische Eisenbahn AG, Sberbank, Aeroflot und VTB. Im Juni forderte Medwedew dazu auf, die Staatsbeteiligungen an Großunternehmen abzubauen. Der Staat will sich in Zukunft mit Minderheitsbeteiligungen zufrieden geben. Ausnahmen bilden Infrastrukturmonopole und Sicherheitsunternehmen.

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