13:30 23 Oktober 2018
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    Raketenschild in Europa: Wird Russland als Tourist oder als Ko-Pilot eingeladen?

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    Politik
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    US-Raketenabwehr in Europa kann vertagt werden (89)
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    Die derzeit in den USA weilende Delegation Russlands, zu der der russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin und Vizeaußenminister Sergej Rjabkow gehören, ist bei ihren jetzigen Verhandlungen mit amerikanischen Kollegen bemüht, herauszufinden, welche Rolle die USA Russland im Raketenschild-Projekt zugedacht haben, indem sie Moskau eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet anbieten.

     Die derzeit in den USA weilende Delegation Russlands, zu der der russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin und Vizeaußenminister Sergej Rjabkow gehören, ist bei ihren jetzigen Verhandlungen mit amerikanischen Kollegen bemüht, herauszufinden, welche Rolle die USA Russland im Raketenschild-Projekt zugedacht haben, indem sie Moskau eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet anbieten.

    "Die Hauptfrage, die ich am Freitag und am Donnerstag gestellt habe, besteht in folgendem: "Werden wir in ein Planetarium als Touristen eingeladen oder in ein reales Observatorium, in dem Sternenkriege beobachtet werden könnten - oder werden wir eingeladen, die Flüge zu steuern", so Rogosin in eine RIA-Novosti-Interview. "Dies entspricht drei Ebenen des Zusammenwirkens. Wir konnten aber keine Antwort bekommen." Die Rolle eines einfachen Beobachters würde Moskau nicht zufriedenstellen, so der russische Nato-Botschafter.

    Nach seiner Ansicht würden weder Verhandlungen mit Russland und Europa, noch selbst ein Verschwinden der Raketenabwehr die USA dazu zwingen, ihren Plan des europäischen Raketenabwehrsystems zu revidieren. "Die Frage, die gestern und heute oft behandelt wurde: was wird mit dem Raketenschild-Plan der USA in Europa geschehen, sollte die Raketenbedrohung in der traditionellen Vorstellung Washingtons verschwinden. Das heißt, es würden die Voraussetzungen für die Schaffung von Raketenwaffen entfallen, die den europäischen Kontinent  aus dem Nahen Osten, aus Nordafrika oder Asien bedrohen würden. Werden dann diese Pläne revidiert? Oder zumindest verschoben? Soweit wir verstehen, wird dies nicht geschehen." Die russische Delegation sehe ihre Aufgabe bei den jetzigen Verhandlungen mit Amerikanern zum europäischen Raketenschild nicht in der Vorbereitung konkreter Dokumente, sondern in einem gemeinsamen Brainstorming im Interesse einer Festigung der Beziehungen für Jahre im Voraus.

    "Es geht darum, ein reales Kapital des Zusammenwirkens zu schaffen, das später schwer revidierbar wäre, sollte in Washington ein 'Falke' an die Macht kommen", sagte Rogosin.

    Am Donnerstag und Freitag verhandelte die Delegation mit ranghohen Vertretern des Pentagon, des Außenamtes und des nationalen Sicherheitsrates der USA. Das Hauptthema waren das europäische Raketenabwehrsystem und Möglichkeiten für eine Beteiligung Russlands daran. Russlands Standpunkt besteht darin, dass die Entwicklung der Konzeption und der Architektur des europäischen Raketenschilds auf gleichberechtigter Grundlage erfolgen und adäquate Maßnahmen zur Festigung des Vertrauens und der Transparenz auf dem Gebiet der Raketenabwehr vorsehen müssen. Für die russische Seite ist es prinzipiell wichtig, dass die Garantien dafür, dass der Raketenschild nicht gegen Russland gerichtet ist, schriftlich in einer juristisch verbindlichen Form verankert werden.

    Beim Russland-Nato-Gipfel im November 2010 in Lissabon hatten Russland und die Allianz vereinbart, bei der Herstellung eines europäischen Raketenabwehrsystems zu kooperieren.

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