22:35 22 August 2017
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    Krawalle in Großbritannien lassen nach – „Moskowskije Nowosti"

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    Straßengewalt in Großbritannien (16)
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    Nach den schweren Krawallen in den vergangenen Tagen hat sich die Lage in Großbritannien erstmals wieder beruhigt, stellt die Zeitung „Moskowskije Nowosti" am Donnerstag fest.

    Nach den schweren Krawallen in den vergangenen Tagen hat sich die Lage in Großbritannien erstmals wieder beruhigt, stellt die Zeitung „Moskowskije Nowosti" am Donnerstag fest.

    Nach den Randalen in der Nacht zum Mittwoch in London, Manchester, Liverpool, Birmingham und Nottingham hat ein größeres Polizeiaufgebot das Chaos allmählich wieder in den Griff bekommen.   Die Plünderer waren offenbar nur darauf aus, zu randalieren und Spaß zu haben.

    Experten führen die Unruhen vor allem auf soziale Probleme zurück. Der mittellosen Unterschicht missfällt der Sparkurs der konservativen Regierung. Zum Teil stimmt das. Es gibt tatsächlich Voraussetzungen für soziale Unzufriedenheit. Regierungschef David Cameron musste viele Sozialleistungen kürzen.

    Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg regiert eine Koalition auf der Insel, der Handlungsspielraum der Tories ist daher sehr eingeschränkt. Vorerst  sind von den gekürzten Sozialprogrammen vorwiegend wohlhabende Briten betroffen.

    Noch weniger überzeugend sind die Versuche, die Krawalle als „Konflikt der Kulturen“ und „ungelöste Multi-Kulti-Fragen“ zu begründen. Die Auswanderer aus den früheren britischen Kolonien haben sich auf der Insel längst assimiliert. Außerdem ist auf vielen Videos zu sehen, dass die Randalierer nicht nur dunkel-, sondern auch weißhäutig sind.

    Was passiert denn nun auf der Insel? Eine eindeutige Antwort gibt es auf diese Frage wohl nicht. Die Ursachen sind in der britischen Gesellschaft und in der Eigenheit der britischen Nation zu finden.

    London ist eine der tolerantesten Städte der Welt. In den vergangenen Jahren wurde offenbar vergessen, dass Großbritannien die Heimat extrem brutaler Fußballfans ist.

    Großbritannien ist außerdem die Heimat des Boxens und auch des ersten Serienmörders in der Menschheitsgeschichte, Jack the Ripper. Und auch von Patrick Hooligan, der Ende des 19. Jahrhunderts die Londoner terrorisierte.

    Der gebürtige Ire hat im London von heute viele Nachfolger. Wer daran zweifelt, der sollte mal Pubs im Stadtviertel Paddington besuchen. Schlägereien gehören dort zur Tagesordnung.

    Lobenswert ist das neue Vorgehen der britischen Polizei. In der vergangenen Nacht wurden 16 000 Polizisten auf die Londoner Straßen geschickt. Fast 500 Randalierer wurden festgenommen. Zuvor musste sich die Polizei wegen ihrer Tatenlosigkeit viel Kritik einstecken. Wegen vieler Vorschriften waren den Polizisten die Hände gebunden, um entschlossen gegen die Randalierer vorzugehen.

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