00:50 18 Februar 2018
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    Nordkorea schmeißt Südkoreaner aus Feriengebiet – „Kommersant"

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    Nordkorea verbannt südkoreanische Unternehmen aus der Touristenregion Kumgangsan, schreibt die Zeitung „Kommersant" am Dienstag.

    Nordkorea verbannt südkoreanische Unternehmen aus der Touristenregion Kumgangsan, schreibt die Zeitung „Kommersant" am Dienstag.

    Den südkoreanischen Betreibern der Hotels, Restaurants und Duty-Free-Shops in Kumgangsan (deutsch: Diamantenberg) wurden drei Tage als Frist gesetzt, um aus dem Feriengebiet zu verschwinden.

    Wie die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA kürzlich meldete, soll das Eigentum der südkoreanischen Unternehmen beschlagnahmt und versteigert werden.

    „Kumgangsan ist einer der schönsten Orte auf der Koreanischen Halbinsel“, sagte der russische Korea-Experte Pawel Leschakow. Die Entwicklung der Touristenregion wurde 1998 als eines der ersten gemeinsamen Projekte zwischen Pjöngjang und Seoul begonnen und entsprach dem Annäherungskurs des damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung. Jedes Jahr sollen Hunderttausende Südkoreaner in Kumgangsan ihren Urlaub verbracht haben.

    Nach einem Zwischenfall im Jahr 2008, als eine südkoreanische Touristin von nordkoreanischen Grenzsoldaten in einem Sperrgebiet erschossen wurde, wurde das Tourismus-Projekt gestoppt. Laut Experten verlor Pjöngjang dadurch Einnahmen von Dutzenden Millionen Dollar. Der südkoreanische Konzern Hyundai Asan berichtete über Verluste von 370 Millionen Dollar.

    Pjöngjang unternahm mehrere Versuche, die Touristenregion wiederzubeleben, verweigert jedoch eine Entschuldigung für den Tod der Touristin und Ermittlungen zu dem Zwischenfall.

    Moskaus jüngste Vermittlungsversuche zwischen Pjöngjang und Seoul könnten jetzt allerdings zunichte gemacht werden. Heute ist in der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Burjatien, Ulan Ude, ein Treffen zwischen Präsident Dmitri Medwedew und dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il geplant. Medwedew will Kim zum Bau einer Pipeline durch Nord- nach Südkorea überreden. Die ohnehin großen Zweifel an einer Zukunft dieses Vorhabens sind jetzt noch größer geworden.

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